Sie waren auf Augenhöhe mit den Beatles und den Rolling Stones, sie erfanden den Hardrock, schrieben Welthits und waren berüchtigt für ihr explosives Betriebsklima. Was blieb, ist ein schier einzigartiger Songschatz und ein Vermächtnis, das schwerer wiegt als das fast aller anderen Gründerväter des Rock. Und doch sind die KINKS heute weitgehend vergessen. Wie konnte das passieren?
Ray Davies selbst hat die Frage einmal beantwortet. Im April 1994 sagt er bei einem Konzert in den bandeigenen Konk Studios: „Alle erwarten großartige Dinge von uns, aber normalerweise vermasseln wir es.“ Grinst und schlägt die ersten Akkorde eines seinerzeit auf einer B-Seite versteckten Geniestreichs an, der schon im Titel Segen und Fluch der legendären Kinks zusammenfasst: „I’m not like everybody else.“
Peitsche für die Charts
Wer je das Vergnügen mit ihm hatte, weiß: John Fogerty war nie einfach – weder als Mensch noch als Interviewpartner. Ein Grund dafür: viel Frust über die eigene Naivität in jungen Jahren. Die hat den heute 80-Jährigen sämtliche Rechte an seinen Songs gekostet und zu astronomischen Anwaltskosten geführt. Beim Interview in London anlässlich der Veröffentlichung des Albums „Legacy: The Creedence Clearwater Revival Years“ wirkte der Altmeister aber locker und umgänglich.
eclipsed: Wie verliert man eigentlich die Rechte an seinen Songs – wie kann so etwas passieren?
Die WATERBOYS um den schottischen Sänger und Songwriter Mike Scott haben sich in mehrfachen Stil-Metamorphosen wie eine Schlange gehäutet. Das aktuelle Konzeptalbum „Life, Death And Dennis Hopper“ markiert eine erneute Wandlung und erweitert ihren Sound-Kosmos einer Kunstfilmcollage gleich. Mike Scott gilt als Visionär, der erfolgreich in die Fußstapfen von Bob Dylan, Van Morrison und Patti Smith getreten ist. Im Interview zeichnen wir auch ein Portrait des Musikers mitsamt seiner spirituellen Weltsicht.
Knapp neun Autostunden liegen zwischen Birmingham in Mittelengland und Aberdeen im Nordosten Schottlands, den Wohnorten von Phil Monro und Andy Robison. Trotz der großen Distanz hielten die beiden Köpfe der Progmetaller von Ihlo ihre Band über Jahre am Leben und haben nun mit „Legacy“ ihr zweites Album am Start. Die Geschichte einer kreativen Fernbeziehung.
Hört man das neue – zweite – Album der US-Band Firmament, fühlt man sich gelegentlich an das Londoner Progmetaller-Sextett Haken erinnert: komplexe Kompositionen, virtuose Saiten-Beiträge, trick- und einfallsreiche Drums. Dass dies alles allein von den Brüdern Eric und Brandon Carbenia bewerkstelligt wurde, ist kaum zu glauben. Die beiden haben jedoch aus der Not eine Tugend gemacht und zeigen sich pragmatisch und trickreich. Wie sie zum Duo wurden, was es mit dem Bandnamen und dem Konzept des aktuellen Werks „A New World If You Can Take It“ auf sich hat (samt ausgedehnter Ausflüge in Esoterik und Kosmologie), und auf welch ungewöhnliche und pragmatische Weise die beiden kollaborieren, offenbart Eric Carbenia im Interview.
eclipsed: Wie seid ihr auf euren Bandnamen gekommen? Was wollt ihr mit ihm ausdrücken?
Sechs Jahre nach ihrem Debüt melden sich SubLunar mit dem neuen Album „A Random Moment Of Stillness“ zurück. Darauf beschäftigen sich die polnischen Art-Progger mit der Idee der absoluten Ruhe in Zeiten des Tumults. Sänger Łukasz Dumara spricht sogar von „stoischer Depression“. Trotzdem blickt er nicht hoffnungslos in die Zukunft. Warum, erzählt er im Interview — und auch, wie er zum unverhofften Frontmann der Band wurde.
eclipsed: Hallo Łukasz, vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst. Wir leben gerade in einer schwierigen Phase, zwischen Kriegen, Pandemien und politischen Unruhen. Wie erlebst du diese Dinge, vor allem als Künstler und Musiker?
Es ist ein überraschendes Joint Venture, bei dem Marillions Gitarrenheld Steve Rothery und Synthie-Zauberer Thorsten Quaeschning von Tangerine Dream gemeinsame Sache machen. Mit „Gentō“ liegt das Debüt dieses außergewöhnlichen Projektes vor. Wir sprechen mit Rothery und Quaeschning über das Konzept, den Sound und den filmischen Charakter des Albums sowie LiveAuftritte und die weitere Zukunft.
Die Schweiz stellt auf der Landkarte der jüngeren Musikgeschichte einen weißen Fleck dar. Klar, Krokus und Gotthard brachten es zu internationalem Ruhm, aber nur wenige Insider wissen mehr über das kreative Treiben im kleinen „Ländle“. Toad und Spot standen für ideenreichen Bluesrock, bei Deaf stand Psychedelia auf der Menükarte, aber auch Ertlif, Kedama, Alpha Omega und die Rumple Stiltzken Comune veröffentlichten spannende Alben. Der unumstrittene Überflieger waren aber Krokodil mit ihrem psychedelisch angehauchten progressiven Bluesrock. Der sympathische Düde Dürst, Drummer, Manager, „Bandpsychiater“ und Mastermind, begann schon 1962 seine Karriere: „Ich spielte zuerst in kleineren Bands und danach bei den Les Sauterelles, die man schnell als die ‚Swiss Beatles‘ bezeichnete. Wir waren schon damals international unterwegs, veröffentlichten zahlreiche Songs und sind nach der Reunion ab den Nullerjahren sieben Mal im Rahmen der ‚Beatleweek‘ in Liverpool aufgetreten.“