Clive Nolan ist nicht nur Keyboarder bei Arena und Pendragon. Er schreibt auch Musicals und arbeitet an ganz unterschiedlichen Projekten. Mit seinem Soloalbum „Song Of The Wildlands“ und „Dark Fables“, einer weiteren Zusammenarbeit mit Oliver Wakeman, hat der Wikinger-Fan nun zwei neue Releases am Start. eclipsed traf ihn zum Skype-Interview.
eclipsed: Woher rührt eigentlich deine Affinität für Musicals?
Clive Nolan: Meine Eltern besaßen viele LPs, die ich immer aufgelegt habe. Da waren zahlreiche Musicals dabei, deshalb liegt mir das wohl im Blut. Später haben mich meine Eltern auch mit ins Theater genommen. In die Welten, die da besungen wurden, habe ich mich gern hineinziehen lassen.
eclipsed: Dein neues Album heißt „Song Of The Wildlands“ …
Nolan: … und ist kein Musical. Es ist ein Konzeptalbum! Ich würde es als weltliches Oratorium bezeichnen.
Auch eine Besonderheit in Zeiten der Zoom-Interviews: Bevor wir unser Gespräch beginnen können, müssen Will Oldham, wie der „Prince“ bürgerlich heißt, und Matt Sweeney nacheinander auf die Toilette, hören aber von dort den Antworten des jeweils anderen zu. Auch wegen dieser skurrilen Eröffnung entfaltet sich ein entspannter Plausch mit den beiden Indie-Ikonen.
eclipsed: Will, du bist ein Künstler, der in seiner langen Karriere schon sehr viele Kollaborationen mit den verschiedensten Musikern eingegangen ist. Was reizt dich so daran?
Mit knapp 70 Jahren erfüllt Daniel Lanois alle Kriterien für den viel zu inflationär gebrauchten Begriff Legende. Der gefeierte Produzent von Neil Young, Bob Dylan, Brian Eno, Peter Gabriel, Emmylou Harris, Willie Nelson, U2 oder Jon Hassell will sich aber nicht auf seiner Reputation ausruhen, sondern mit eigenen Alben immer wieder Neuland betreten. So auch mit seiner neuen CD „Heavy Sun“, auf der es ihm gelingt, den Gospelkreis mit Dub zu quadrieren.
Bob Dylan ist nicht nur einer der größten Musiker der Rockgeschichte, er steht auch wie kein anderer für ein stetes Hinterfragen der eigenen Rolle und Position. Als Künstler verbirgt er sein wahres Ich hinter ständig wechselnden Masken, probiert nicht nur musikalische Spielarten wie Kleidungsstücke aus, sondern sucht auch stets nach einer neuen Identität, die er seinem Publikum als „Bob Dylan“ präsentieren kann. Anlässlich seines 80. Geburtstags hat eclipsed beschlossen, keine weitere umfassende Hommage einer großen Karriere zu verfassen, sondern auf die wichtigsten Phasen seiner Schaffenszeit einzeln einzugehen, weil es nur so möglich ist, diesen mysteriösen Künstler – der in einem seiner jüngsten Songs selbst sagt, in ihm vereine sich eine Vielzahl von Persönlichkeiten – und sein vielschichtiges Werk zu verstehen. Zusätzlich befragten wir einige große Musiker, Wegbegleiter und einen Vertreter der neuen Songwritergeneration nach ihrer Meinung über den Jubilar.
Auf dem Album-Cover ein Obdachloser mit zotteligen Haaren im Bettlermantel. Seinen Titel erhielt „Aqualung“ von dessen rasselnden Atemgeräuschen, die sich wie eine Taucherlunge anhörten. Mit seiner musikalischen Klasse, die harten Rock, feinen Folk, romantische Klassik-Motive und jazzige Improvisation zusammenband, fand das Werk weltweit großen Anklang und gilt als Meilenstein in Jethro Tulls Bandgeschichte wie generell in der Rock- und Prog-Historie. Wir rollen mit Mastermind Ian Anderson und Gitarrist Martin Barre Geschichte und Bedeutung von „Aqualung“ auf.
Vor gut zwanzig Jahren traten RPWL mit ihrem Debütwerk ins Rampenlicht. Ihr Album „God Has Failed“ belebte den Artrock nach floydigem Vorbild in deutschen Landen gänzlich neu. Nun feiern die Freisinger ihr Jubiläum mit einer Live-Aufnahme – in Corona-Zeiten nur fürs heimische Wohnzimmer. Sänger/Keyboarder Yogi Lang und Gitarrist Kalle Wallner berichten von der neuen Einspielung, blicken zurück auf die Entstehungszeit des Albums und erzählen zudem von der speziellen Beziehung zwischen RPWL und dem Aschaffenburger eclipsed-Wirkungskreis.