Aktuelle News

DIE REVOLUTION DER ELEKTRONIKER

1976 war für die damals neuartige Synthesizer-Musik ein wichtiges Jahr. Die Berliner Schule um Tangerine Dream und Klaus Schulze hatte ihren Sound mit „Stratosfear“ und „Moondawn“ bereits voll ausformuliert und Kraftwerk sich vom Krautrock früherer Tage zu zukunftweisendem Elektro-Pop entwickelt. Space-Musik fand in „Albedo 0.39“ von Vangelis einen Dreh- und Angelpunkt, und mit „Oxygène“ vom französischen Jungstar Jean-Michel Jarre wurde elektronische Musik (kurz: EM) erstmals vom Nischenprodukt zum Pop-Massenphänomen. Wir werfen einen Blick darauf, wie sich die EM der fließenden Synthesizer-Teppiche zur Musik der Zukunft für Elektro-Stile sowie kommende Generationen von DJs und Ravern entfalten konnte, haben exklusiv mit Ex-Tangerine-Dream-Mitglied Peter Baumann gesprochen und würdigen Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter zum 80. Geburtstag wie auch die frühe Pionierin Wendy Carlos.

HACKETT & ROTHERY - Die alten Männer und das Meer

Dass sich Steve Hackett und Steve Rothery für ein gemeinsames Projekt zusammentaten, überrascht kaum. Spannend ist, was die beiden legendären Gitarristen daraus gemacht haben. Aus ihrer Kooperation entstand keine neue Supergroup. Ihr Album „The Roaring Waves“ vereint das Beste aus beiden Welten – ohne Ego-Trips und ohne Wettkampfdenken. Im Gespräch mit eclipsed erklären sie, dass sie eine gemeinsame Vision verfolgen: Sie wollen Musik schreiben, die wie ein Soundtrack wirkt. 

ARTHUR BROWN - Späte Heimkehr

Seit Jahrzehnten zählt Arthur Brown zur kleinen Gruppe der einzigartigen, unverwechselbaren Persönlichkeiten der Rockmusik. Der Sänger und Performer galt früh als Visionär, erfand mit „Fire“ das Shock-Rock-Genre. Nun legt er mit „Nature“ erneut ein Album vor, das Geschichte schreiben könnte. Seine 84 Jahre merkt man dem Musiker nicht an. Am Telefon sprudelt Arthur Brown fast über vor Begeisterung: „Seit Jahren habe ich mich gefragt, wie wohl das letzte Kapitel meiner Reise aussehen könnte. Claire und ich dachten anfangs daran, uns in den USA einen Alterssitz zu suchen. Doch dann lief alles ganz anders: Wir landeten zu unserer Überraschung in North Yorkshire im Norden Englands. An diesem Ort, an dem ich schon als Kind durch die Felder lief und mich sehr verbunden mit der Natur fühlte, haben wir nun unser Zuhause gefunden.“

GENTLE GIANT - Keiner werfe den ersten Stein

1973 erschien mit „In A Glass House“ eines der bahnbrechenden Alben des Prog, das auch für seine Schöpfer, die britische Band Gentle Giant, ein Schwellenwerk war, das sie in eine damals noch ungewisse Zukunft katapultierte. Frontmann Derek Shulman empfängt uns via Zoom in seinem Arbeitszimmer und ist, wie sich herausstellen wird, mehr als begeistert, über ein Album zu sprechen, das er lange vermieden hat zu hören, aber nun zu den Glanzlichtern seiner Karriere mit Gentle Giant zählt.

JIMI HENDRIX - Der grosse Knall

„Wohl der größte Instrumentalist in der Geschichte der Rockmusik“ – so würdigt die Rock and Roll Hall of Fame in Cleveland, Ohio, die Kunst des 1942 in Seattle, Washington, geborenen Sohns einer Familie mit kunterbunter Ahnenreihe. Neben dem Superlativ schwingt hier auch ein kleiner Zweifel mit. War James Marshall Hendrix ein überlebensgroßes Genie oder auch ein wenig Scharlatan? Wir gehen auf Zeitreise ins Jahr 1966.

Als Jimi Hendrix zum ersten Mal in London auftrat, versetzte er die Zuhörer in Erstaunen – und später hat anscheinend jeder Musiker und Konzertbesucher, der damals etwas auf sich gehalten hat, felsenfest behauptet, bei diesen unglaublich berührenden frühen Auftritten des Gitarristen dabei gewesen zu sein. 

THIN LIZZY - Ausbruch als Durchbruch

Vor rund 50 Jahren erschien mit „Jailbreak“ das sechste Studio-Werk der Dubliner Hardrock-Formation Thin Lizzy. Es hätte leicht ihr letztes sein können. Primär dank eines Songs, den die Musiker selbst zunächst gar nicht auf dem Zettel hatten, führte es sie stattdessen aber zum internationalen Erfolg und ließ sie zu einer der Topbands jener Ära avancieren.

INGA RUMPF „Ich bin ständig in Bewegung und lasse mich bewegen!“

Inga Rumpf, soeben 80 Jahre alt geworden, zählt zu den Pionierinnen der deutschen Rockmusik. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren arbeitete sie mit Udo Lindenberg zusammen und scheute in ihrer langen Karriere nie das künstlerische Risiko. Ende des Jahres erscheint ihr prominent besetztes GeburtstagsLivealbum.

Gerade einmal 20 Jahre alt war Inga Rumpf, als sie bei den City Preachers einstieg. In den Anfangsjahren verband die Band Flamenco, jiddische Musik, Country, Gospel und Blues – eine Mischung, die man heute wohl als Weltmusik bezeichnen würde. Der britische Gitarrist John O’Brien-Docker hatte dieses Konzept nach Hamburg gebracht. „Wir sind viel in Kulturhäusern, Theatern und an Universitäten aufgetreten“, erinnert sich Rumpf. „Später haben wir auch deutsche Texte gesungen, zum Beispiel auf der Platte ‚Warum? Deutsche Protestsongs: Lieder gegen den Krieg‘.“

Erfolge mit Frumpy und Atlantis 

ANNEKE VAN GIERSBERGEN - Der geteilte Moment

2025 feierte die niederländische Prog-Band The Gathering den 30. Geburtstag ihres Albums „Mandylion“, mit dem die Sängerin Anneke van Giersbergen seinerzeit dort ihren Einstand gab. Aus zwei geplanten Clubshows wurde eine einjährige Welttournee. Warum ihr große Festivalauftritte ebenso Freude bereiten wie Club-Gigs, sei es mit Band oder nur mit Akustikgitarre, erzählte die Künstlerin im eclipsed-Interview.

eclipsed: Dein aktueller Tourplan liest sich sehr beeindruckend. Derzeit bist du viel mit The Gathering unterwegs, danach startet die „Echoes In November Tour“ mit deiner eigenen Band.