Aktuelle News

1986 - Das Jahr von Genesis & Gabriel

Wer Genesis und Peter Gabriel aus den Siebzigerjahren kannte, hätte nie erahnt, welch massive Breitenwirkung die einstigen Pioniere des Progressive Rock 1986, einer Explosion gleich, entfalten sollten. Phil Collins war mit „No Jacket Required“ ein Jahr zuvor zum Superstar aufgestiegen. Nun enterten Genesis mit „Invisible Touch“ und Gabriel mit „So“ zeitgleich in vielen Ländern die Spitze der Charts. Auch alle anderen Bandmitglieder, frühere wie aktuelle, brachten Solowerke heraus, die die ungeheure Kreativität dieser Band zeigten. Wir analysieren, wie es zu einem derart durchschlagenden kommerziellen Erfolg kommen konnte, werfen genauere Blicke auf die Videos der MTV-Ära, den Genesis-Titelsong sowie die anderen Projekte (Mike + The Mechanics, GTR, Tony Banks) und schauen auf den besonderen Spirit der Band als Verwandlungskünstler.

THE BEATLES „Rubber Soul“

„Sgt. Pepper“, „The White Album“, „Abbey Road“ und „Let It Be“ wurden spektakuläre Remixe zum 50. Geburtstag zuteil. Doch das Album, mit dem die Fab Four die Musikwelt veränderten, erfährt erst jetzt – 61 Jahre nach der Veröffentlichung – die Würdigung, die es verdient. Keine böse Absicht und keine Ignoranz gegenüber dem Werk, so Haus- und Hof-Produzent Giles Martin, sondern eine Frage der Technik. Die bewirkt inzwischen klangliche Wunder, wie die neue „Special Edition“ zeigt.

VILLAGERS OF IOANNINA CITY - Flagge zeigen für die Freiheit

Seit sich vor knapp 20 Jahren die vier Musiker von Villagers Of Ioannina City fanden, vereinen sie scheinbare Gegensätze. Die Griechen reichern psychedelischen Progmetal mit den traditionellen Melodien ihrer Heimat an und verschmelzen Doom mit Dudelsack-Passagen. Auf „Venceremos“, ihrem dritten Album, musizieren sie so aggressiv und modern wie nie zuvor. Frontmann Alex Karametis verrät, was ihn dazu verleitete, ein Protest-Werk aufzunehmen.

TRIGGERFINGER öffnen ihren Sound für experimentierfreudigere Produktionen

„Tarmac“ ist Triggerfingers erstes Album ohne ihren langjährigen Bassisten Paul Van Bruystegem, der 2025 verstorben ist. Es markiert für sie deshalb den Beginn einer neuen Ära. „Wenn jemand wie Paul so viele Jahre Teil der Band war und plötzlich nicht mehr da ist, verändert das alles. Er war eine große Persönlichkeit – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne“, erklärt Frontmann Ruben Block. Infolgedessen sind Triggerfinger zum Duo geschrumpft. Für das neue Werk war Mitchell Froom, der unter anderem mit Sheryl Crow, Elvis Costello und Suzanne Vega zusammengearbeitet hat, aber weit mehr als nur Produzent, er wurde gewissermaßen zum dritten Bandmitglied. Gleich zu Beginn hatte er zu Block und Schlagzeuger Mario Goossens gesagt, er habe das Gefühl, dass sie eigentlich alle drei Produzenten seien. So begannen sie, in Los Angeles gemeinsam zu schreiben – und nahmen gleichzeitig auf, weil sich alles sehr organisch entwickelte.

MANFRED MANN'S EARTH BAND - Blendendes Licht & tosende Stille

Wenige Bands meistern den Spagat zwischen „himmlischen“ und erdigen Tönen so außergewöhnlich gut wie Manfred Mann’s Earth Band. 1976 war eines der spektakulärsten Jahre ihrer fünfeinhalb Dekaden umfassenden Geschichte: Mit „The Roaring Silence“ legten sie nicht nur eines ihrer besten Alben vor. Erstmals hatten sie mit Chris Thompson einen Ausnahmesänger, der die Band mit der US-Nummer-1-Hitsingle „Blinded By The Light“ in lichte Sphären führte. Wir sprachen mit Manfred Mann und exklusiv mit Chris Thompson.

EUROPE - Das Potenzial voll ausgeschöpft

Nachdem ihre letzten Alben eher bluesig ausgefallen sind, lassen die Hardrocker Europe es mit „Come This Madness“ wieder mehr krachen. Und komplexer ist die Musik auf der neuen Scheibe ebenfalls geworden. Wir sprachen frühmorgens um 9 Uhr nach dem Wacken-Auftritt mit dem dennoch gut gelaunten Frontmann Joey Tempest über das neue Album und über die Zukunft der Band.

eclipsed: Ihr habt noch vor ein paar Stunden in Wacken gespielt. Wie war das? 

Joey Tempest: Es war das vierte Mal, dass wir dort aufgetreten sind. Vorher habe ich immer ein wenig Bammel, weil doch eine Menge sehr harter Bands dabei ist, und ich befürchte, dass wir irgendwie fehl am Platze sein könnten (lacht etwas verlegen).

eclipsed: Haben sich deine Bedenken bestätigt? 

TEN YEARS AFTER - Post-Woodstock-Meilenstein „Cricklewood Green“

„Cricklewood Green“ von Ten Years After gilt als Klassiker der Rockgeschichte. Gerade wurde das legendäre Album aus dem Jahr 1970 als remasterte Deluxe Edition auf Doppel-CD sowie Doppel-LP neu veröffentlicht. Grund genug, bei Drummer und Gründungsmitglied Ric Lee nachzufragen, wie es damals war, als die Band kurz nach dem geschichtsträchtigen Auftritt beim Woodstock-Festival in den Londoner Olympic-Studios das mit Abstand spannendste Album ihrer Karriere einspielte.

PURE REASON REVOLUTION - Demut in Laut

Mehr Krach, weniger Kitsch: Mit „Terrifying Angels“ legen Pure Reason Revolution ihr bislang unbarmherzigstes, härtestes Werk vor. Plötzlich donnern finstere Riffs durch den melodiösen New Artrock. Grungige Grimmigkeit statt erhabener Introspektion. Im Interview spricht Mastermind Jon Courtney über die ästhetischen Gegensätze, die das siebte Album seiner Band prägen – und warum selbst Engel manchmal wütend werden.