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JAKKO M. JAKSZYK - Der grosse Sohn

Es gibt kaum etwas, das Jakko Jakszyk noch nicht gemacht hat: Der Engländer mit dem Lockenkopf produzierte Soundtracks, mischte Alben von Jethro Tull und Emerson, Lake & Palmer neu ab, spielt und singt bei King Crimson. Jüngst veröffentlichte er seine Autobiografie, die ihn wiederum zu dem neuen Album „Son Of Glen“ inspirierte. Wir sprachen via Zoom mit dem Workaholic.

Mit WHISPERS OF GRANITE leben zwei Menschen ihre nachdenkliche Seite aus

Der Bayreuther Keyboarder Andreas Hack drückte der Prog-Formation Frequency Drift seinen Stempel auf. Die in Oslo lebende Sängerin Trude Eidtang stand bei den Progmetallern White Willow am Mikro. Nun kommen die beiden künstlerisch zusammen. Als Whispers Of Granite haben sie ihr erstes Album „Liquid Stone“ am Start. Im Interview erzählen die beiden, wie es zu der außergewöhnlichen Zusammenarbeit kam und wie diese im Detail aussah. Es macht Spaß, dabei zu erfahren, wie sehr diese beiden Künstlerseelen im Gleichklang schwingen. 

eclipsed: Auf den ersten Blick scheint eure Zusammenarbeit ja ziemlich unwahrscheinlich. Wie kam es zu dem gemeinsamen Projekt? Wer war der Initiator und was war/ist das Ziel des Ganzen?

Oliver Rüsing von KariBow bleibt authentisch und drückt sich durch seine Musik aus

eclipsed: Du schreibst eine Art Band-Tagebuch („KariBook“), in dem es heißt: Nicht Erfolg sei dir wichtig, sondern die Passion für die Musik und die Möglichkeit, dich musikalisch auszudrücken. Das war so und ist immer noch so?

Oliver Rüsing: Das ist immer noch meine Hauptantriebskraft, ja. Ich habe Kunst studiert. Und was mich geprägt hat, das ist, dass die Qualität darin besteht, dass du deine eigene Authentizität irgendwie erhältst und auch deinen eigenen Gesetzlichkeiten folgst, sofern das irgendwie möglich ist. Ich bin kein besonders extrovertierter Mensch, da fällt mir das etwas leichter.

eclipsed: Wie du mit deiner Musik auf Menschen wirkst, ist nicht wichtig?

VAN MORRISON begeht den 80. Geburtstag mit seinem 47. Album

Wer je das Vergnügen hatte, dem Mann aus Belfast persönlich zu begegnen, wird das wahrscheinlich nie vergessen: sei es wegen seiner rauen, schroffen, kurz angebundenen Art, seines kompakt-fülligen Erscheinungsbilds bei 1,65 Metern – inklusive angewachsenem Hut, verspiegelter Sonnenbrille, elegantem Zweireiher und schlechten Zähnen – oder auch wegen des schwierigen Drumherums. Denn: Morrison ist sein eigener Manager, traut niemandem, lässt sich alle Interview-Fragen vorlegen und spricht ohnehin nur selten mit der Presse. „Ich denke, meine Musik sagt alles“, erklärte er im letzten eclipsed-Gespräch. „Und ich bin auch nicht sonderlich scharf darauf, sie zu analysieren. Warum sollte ich? Das zerstört doch ihre Magie.“

NAD SYLVAN bleibt mit „Monumentata“ nach wie vor der große Prog-Romantiker

„Ich musste 56 Jahre alt werden, ehe ich ausschließlich von der Musik leben konnte“, seufzt der mittlerweile 66-jährige Nad Sylvan erleichtert auf. „So ist mein ewiger Traum in der Realität angekommen. Zu verdanken habe ich diesen Umstand meinem Freund Steve Hackett.“ In der Tat hat der Kalifornier, der als Baby nach Malmö, in die Heimat seiner schwedischen Mutter kam, seit den 1970ern in diversen Progrock-Bands gesungen, Tasteninstrumente und auch mal Gitarre gespielt, Alben aufgenommen, doch nie reichte es zum Durchbruch. Am bekanntesten war das Quintett Agents Of Mercy um die Prog-Koryphäen Roine Stolt und Jonas Reingold, doch auch ihm blieb der große Erfolg versagt. „Dann kam im April 2012 ein Anruf von Steve Hackett, Roine hatte ihm meine Nummer anvertraut“, erinnert sich Sylvan. 

GÖSTA BERLINGS SAGAs neuer Sound-Kosmos ist noch drastischer als bisher

Pünktlich zum 25-jährigen Bestehen legt das Quintett Gösta Berlings Saga mit seinem aktuellen siebten Studioalbum „Forever Now“ noch mehr Wert auf Rhythmik und Dynamik: Dräuend, irrlichternd, dramatisch, ja explosiv kommt der Klangkörper der Brachial-Progger daher. Der Introspektion wird selten Raum gegeben, Verschnaufpausen sind nicht wirklich erwünscht, so scheint es. Doch wenn dann ruhigere Passagen Einzug halten, zeugen sie von einer geradezu magischen Erhabenheit. Bassist Gabriel Tapper empfindet sich und die Musik seiner Truppe „wie in einen Jungbrunnen getaucht“, teilt er gleich zu Beginn des Interviews lachend mit. Der 47-Jährige, der zum 2000 ins Leben gerufenen ursprünglichen Duo aus Keyboarder David Lundberg und Schlagzeuger Alexander Skepp stieß, als es 2005 an die Aufnahme der Debütplatte ging, fühlt sich durchweg „frisch und unverbraucht“:

Bei LUX TERMINUS geben die Tasteninstrumente den Ton an

Ob als Teil von Silent Skies oder Keyboarder im Dienste klangvoller Namen wie Redemption, Pain Of Salvation und Ross Jennings – Vikram Shankar ist ein Mann, den Prog- und Metal-Fans auf dem Schirm haben sollten. Zum Zeitpunkt des Interviews ist er mit Within Temptation auf Tour, zusätzlich trat er kürzlich auf dem Midsummer Prog Festival das erste Mal mit seiner Band Lux Terminus in Europa auf. Im Hauptjob jedoch komponiert er für Medien und Computerspiele – er erzählt zwischendurch stolz von seiner Arbeit am kommenden Spiel „Jurassic Park: Survival“. Dieser quasi filmische Einfluss macht sich auch auf „Cinder“, dem Zweitwerk von Lux Terminus, bemerkbar, „in der Art und Weise, wie ich orchestrale Teile ausarbeite“, aber auch in der „Bedeutung des emotionalen Geschichtenerzählens und der evokativen Atmosphäre“.

Auf der Suche nach dem Urgrund der Dinge schließt sich für SWANS ein Kreis

Der Anfang ist hier zugleich das Ende, und somit beginnt alles wieder von vorn. Für die Verhältnisse der New Yorker Noise- und Avantgarde-Rock-Institution klingt das neue Mammutwerk „Birthing“ fast versöhnlich. Zwar enthält es die langen Exkurse, die man von den Swans kennt, doch Gira umklammert seine Hörer nicht länger in Tunneln aus Noise, sondern scheint eher noch tiefer in sich selbst zu gehen. In gewisser Weise wirkt das ganze Doppelalbum wie ein Gebet. „Ich habe kürzlich realisiert, dass mein gesamter musikalischer Output ein langes Gebet war“, bestätigt der Oberschwan, „oder ein Flehen an Gott. Ich hoffe, dass der letzte Atemzug, den ich dereinst ausstoßen werde, dieselbe Qualität haben wird.“ So durchzieht „Birthing“ auch ein Hauch von Erlösung. Gira wirft sich nicht mehr zum Hohepriester auf, wie man es von ihm gewohnt ist, sondern scheint seine Rolle eher als Übermittler der Worte einer Stimme gefunden zu haben, die er aus einer anderen Dimension vernimmt.