Aktuelle News

BIG BIG TRAIN - Aus dem richtigen Holz

Seit dem tragischen Tod David Longdons Ende 2021 ist Alberto Bravin bei Big Big Train zuständig für den Leadgesang. Gefühlt ist der Italiener immer noch „der Neue“ in der Band, obwohl er bei den Retroproggern mittlerweile die Zügel in der Hand hält: Auf dem jüngsten Album „Woodcut“ übernahm er auf Wunsch des Bandgründers Greg Spawton die Produktion und damit die Aufgabe, alle musikalischen Ideen sinnvoll zusammenzuführen. Ein Wahnsinnsjob im besten Wortsinn, bei dem Bravin es nicht immer jedem Bandmitglied recht machen konnte.

Interviews mit Big-Big-Train-Sänger Alberto Bravin enthüllen oft Überraschendes. Wie gewohnt in bester Laune stellte sich der 42-Jährige daheim in Triest unseren Fragen zum neuen Konzeptalbum der Band. So erfuhren wir, was ein Engländer und ein Italiener in einem Museum in Oslo ausheckten und was das neue Werk mit „Pinocchio“ verbindet.

FRANCIS ROSSI „Ein reines Spass-Projekt“

Seit Mitte der 1960er Jahre ist Francis Rossi Kopf der legendären Boogie-Rock-Institution Status Quo. Dieser Tage bringt der Brite mit „The Accidental“ ein neues Soloalbum heraus, das die meisten seiner Fans ziemlich überraschen dürfte. Die Gründe dafür und warum es eher unwahrscheinlich ist, dass seine Hauptband noch einmal auf Tour geht, erklärte der Sänger und Gitarrist uns in einem exklusiven Gespräch.
Interview: Oliver Kube

eclipsed: „The Accidental“ ist großteils purer Old-School-Rock’n’Roll, mitunter aber auch sehr bluesig. Ein deutlich anderer Stil als auf deinen bisherigen Solo-Werken… 

BLONDIE - Tagebuch einer Vampirin

17 Jahre lang hatte die New Yorker Punk-Wave-Pop-Rock-Band, die in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern Hit an Hit reihte und zum Szene-Liebling avancierte, nichts von sich hören lassen. Doch dann gelingt Blondie 1999 ein unerwartet großes Comeback mit dem Album „No Exit“ und insbesondere der Single „Maria“. Nun veröffentlichen Debbie Harry (80) und Chris Stein (76) das Werk erneut und bereiten sich parallel auf das neue Studioalbum vor, das im Frühling folgen soll.

SOEN - Songs statt Ego

Mehr Eingängigkeit, weniger Komplexität: Einst galt die schwedische Band als große Hoffnung des extravaganten Progmetal, jetzt ist sie gradlinig und stolz darauf. Mit ihrem siebten Album „Reliance“ entwächst das Quintett endgültig seinen musikalischen Wurzeln. Dabei seien sie heute mehr denn je bei sich selbst angekommen, meinen Sänger Joel Ekelöf und Drummer Martin López.

INES - Neoprog-Perlen aus dem Nichts

In der vergangenen Ausgabe haben wir das Progjahr 1995 aufleben lassen. Schon ein Jahr zuvor sorgte Ines mit „Hunting The Fox“ für Aufsehen in der Szene. Das Album feierte den gerade abflauenden Neoprog und war genau deshalb ein gefundenes Fressen für alle Fans, die nach neuer Musik dieses Genres hungerten. 1996 legte Ines „Eastern Dawning“ nach. Knapp dreißig Jahre später lassen wir die Zeit mit ihr Revue passieren.

ICU - Eine kleine Geschichte der Menschheit

Zum dreißigsten Jubiläum erscheint das in Prog-Kreisen legendäre zweite Album der Sindelfinger Formation ICU, „Now And Here“, in neuem Glanz. eclipsed sprach mit Mastermind Thomas Glönkler über ein ganz besonderes Reissue.

Das Album ist wie aus einem Guss, wahrscheinlich ist es von unseren drei Veröffentlichung deswegen auch die, die bis heute am meisten Resonanz bei den Prog-Hörern erhält“, sagt Thomas Glönkler über die Strahlkraft von „Now And Here“. Als 1995 das zweite ICU-Album erschien, begann der Prog langsam wieder aus dem Schatten zu treten. IQ hatten sich reformiert und den Neoprog-Meilenstein „Ever“ veröffentlicht. Marillion brachten ihr wunderbares „Afraid Of Sunlight“ heraus. Und Arena machten verstärkt auf sich aufmerksam.

ANNA VON HAUSSWOLFF behandelt den Prozess des Erbauens und Zerstörens

Ein Ikonoklast oder „Bilderstürmer“ ist jemand, der aus religiösen, politischen oder kulturellen Motiven Bilder und Denkmäler zerstört. Dem Titel entsprechend zeigt das Cover von Anna von Hausswolffs sechstem Studioalbum ein furchterregendes, durch Papierfetzen auf Augen und Mund entstelltes Porträtfoto eines Kindes; Das Artwork des Booklets enthält weitere Horror-Kinderbilder. „The Iconoclast“ ist nicht nur das längste, sondern auch das berauschendste Stück auf einem Album, das insgesamt als überwältigend zu bezeichnen ist. Auf die Bedeutung seines Titels angesprochen, gab Anna von Hausswolff zu Protokoll: „Ich glaube nicht, dass ein Ikonoklast ein Provokateur ist, sondern eher ein Denker mit ehrenhaften Absichten, eine inspirierende Persönlichkeit, die sich für Veränderungen einsetzt und sich gegen das Etablierte stellt.“

Das Debüt von SOLSTICE liegt in neuem Glanz vor

„Eigentlich wollte ich das Album gar nicht noch mal veröffentlichen“, erzählt ein gut gelaunter und erstaunlich jugendlich wirkender Andy Glass aus Anlass der Wiederveröffentlichung des Debüts „Silent Dance“ seiner Band Solstice. „Aber nachdem ich mich intensiv damit beschäftigt habe, vor allem beim Wiederhören von Steven Wilsons Neuabmischungen dreier Songs, wurde ich von der Musik eines Besseren belehrt.“ Gegründet hatten sich Solstice bereits 1980, sie entsprangen einer früheren Band namens Electric Gypsy, in der Andy Glass und der mit ihm befreundete Sänger Alan King mit niemand Geringerem als Mick Pointer und Doug Irvine zusammengespielten, die kurz darauf bekanntermaßen Silmarillion aus der Taufe hoben.