Aktuelle News

Runder Tisch zur aktuellen EM-Szene, die an die Pioniere und die Berliner Schule anschließt

Die musikalische Vorreiterrolle, die Deutschland in Sachen elektronischer Musik einnahm, ist legendär. Avantgardistische Experimente aus dem Kölner Studio für elektronische Musik (Karlheinz Stockhausen), die Berliner Schule um Tangerine Dream, Klaus Schulze und Ash Ra Tempel, die in Düsseldorf rund um Kraftwerk und Neu! oder der Münchner Eberhard Schoener. Sie alle legten für die Zukunft der Popmusik und die Tanzclubs der Welt rund um DJ-, Sample- und Rave-Kulturen ein festes Fundament. Und auch wenn die Electro-Jünger längst dominieren, hat sich in Deutschland neben Tangerine Dream als Hauptader eine kleine, aber feine traditionelle EM-Szene mit anspruchsvoller meditativer Musik gehalten (u.a. Level Pi, Maxxess oder Martha Rabbit).

Auf „Ghosts In The Park“ behandelt Pineapple-Thief-Kopf BRUCE SOORD Verlust und Tod

Trotz großem Stress – er steckt mitten in der Tour-Vorbereitung und der Arbeit an einem neuen TPT-Album – freut sich Bruce Soord sichtlich, endlich ausführlich über das nach seiner Aussage persönlichste Album zu sprechen, das er je aufgenommen habe.

eclipsed: Lange Zeit waren The Pineapple Thief ja keine Band, sondern ein Soloprojekt. Jetzt machst du nebenher Solo-Platten. Wie kam es dazu?

Bruce Soord: (lacht) Man könnte sagen, dass sich die Wege gekreuzt und dann wieder in verschiedene Richtungen entwickelt haben. TPT ist zu etwas recht Großem geworden, mit einer ganz eigenen Dynamik. Daher mache ich Solo-Platten, um persönlichere, intimere Momente zu erschaffen.

eclipsed: „Ghosts In The Park“ ist besonders persönlich – ein eindringliches, melancholisches Werk, auf dem es um Demenz und den Tod deiner Eltern geht.

KARCIUS beenden ihre Album-Trilogie mit „Black Soul Sickness“

2018 eröffnete die frankokanadische Band Karcius mit ihrer fünften Platte eine Trilogie: „The Fold“ war der Startschuss für eine Odyssee durch die fragile Architektur der menschlichen Psyche. Vier Jahre später erschien der zweite Teil „Grey White Silver Yellow & Gold“. Nun liegt mit „Black Soul Sickness“ der Abschluss des Triptychons vor. „Es beschäftigt sich mit der Transformation durch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich“, erklärt Sänger Sylvain Auclair. „Jeder Teil steht für eine andere psychologische Phase auf dieser Reise: Zersplitterung, Auseinandersetzung und schließlich die Konfrontation mit der geerbten Dunkelheit. Die Zuhörer sollen ihre eigene Beziehung zur Musik und zu den Texten aufbauen. Dieser Interpretationsprozess ist mir wichtig. Wenn ich aber einen Hinweis geben müsste: Die Stücke ‚Goodbye‘, ‚The Ladder‘ und ‚Wallow‘ fungieren als emotionale Ankerpunkte des jeweiligen Teils der Trilogie.“

Für die schwedischen Progmetaller EVERGREY beginnt ein neues Kapitel

Erst vor wenigen Wochen verkündeten Evergrey die Trennung von ihrem langjährigen Gitarristen Henrik Danhage. Es ist nicht die einzige Veränderung bei der Band, über die wir uns mit Mastermind Tom S. Englund unterhielten…

eclipsed: Henrik ist also offiziell raus. War er noch an eurem neuen Album „Architects Of A New Weave“ beteiligt?

Tom S. Englund: Nein. Wir hätten das gern gesehen, aber er wollte nicht. Wir warteten auf seine Gitarrensoli. Als nur noch zwei Tage bis zum Abmischen übrig blieben, rief ich Johan [Niemann, Bass; Anm.] an und bat ihn, ein paar Soli einzuspielen. Denn ich wollte dafür jemanden, der schon in der Familie ist. Er kennt die Songs, schrieb die Hälfte von ihnen mit mir. Ein Solo sollte eine Art „Stimme des Songs“ sein, darum geht es mir. Und er ist ein wirklich guter Gitarrist.

Mit „Camera Obscura“ heben die LEGACY PILOTS erneut ab

Kaum sind die Legacy Pilots vom „Night Flight“, ihrem ersten Livealbum, zurück, steht die Crew um den Hamburger Frank Us schon mit dem nächsten Werk in den Startlöchern: „Camera Obscura“ ist in Form zweier separater CDs und als Doppel-LP erhältlich. Zählt man sie als ein Werk, liegt damit nun die sechste reguläre Studioveröffentlichung des erst 2018 entstanden Projekts vor – und wieder ist man meilenweit von einer Bruchlandung entfernt.

eclipsed: War es eigentlich von Anfang an geplant, zwei separate CDs gleichzeitig zu veröffentlichen?

A.A. WILLIAMS besticht auf ihrem dritten Album „Solstice“ mit variablem Trübsinn-Rock

In der Karriere von A.A. Williams ist von Beginn an nichts gewöhnlich. Als ausgebildete Pianistin und Cellistin musizierte die Britin jahrelang anonym, in den Orchestergräben und auf den Theaterbühnen dieser Welt. Bis sie sich 2019 dazu entschloss, eigene Musik zu komponieren. Allerdings keine Klassik, sondern Gothic Rock, wo sich schwermütige Riffs um ihr elfenhaftes Klavier und melancholische Melodien ranken. Noch bevor sie überhaupt ein Album veröffentlichte, debütierte sie 2019 mit ihren Songs live beim niederländischen Metal-Festival Roadburn.