Aktuelle News

GONG „Wir bringen Schönheit in die Welt!“

Elf Jahre nach dem Tod von Daevid Allen, der vor knapp 60 Jahren die Band gründete, legen Gong in der neuen Besetzung um Sänger und Gitarrist Kavus Torabi ihr viertes Album vor: „Bright Spirit“. Es ist nicht nur der Abschluss der mit den beiden vorherigen Alben begonnenen „Ascension“-Trilogie, sondern auch ein beeindruckender Spagat zwischen dem alten Mythos und neuen Dimensionen.

Kurz vor seinem Tod 2015 bestimmte Daevid Allen die Zukunft. Er gab Kavus Torabi, Ian East (Saxofon, Flöte), Fabio Golfetti (Gitarre), Cheb Nettles (Drums) und Dave Sturt (Bass) den Auftrag, den Mythos Gong fortzuführen und in neue Sphären zu leiten. Eine Aufgabe, die das Quintett mit Respekt vor der Vergangenheit und Lust auf eigene Entdeckungen bewältigt.

eclipsed: Ist „Bright Spirit“ das beste Album der Post-Daevid-Allen-Ära?

GROBSCHNITT - 50 Jahre später und immer noch Kult

2026 ist ein Grobschnitt-Jahr. Vor 50 Jahren veröffentlichte die Kult-Rockband eines der ersten progressiven Alben in deutscher Sprache: „Jumbo“. Zugleich wollen die drei Gründungsmitglieder Gitarrist Lupo, Drummer Eroc und Sänger Willi „Wildschwein“ auch ihr 55-jähriges Bandjubiläum feiern. Anstoßen kann man mit ihnen auf der JubiläumsKinofeier des „Solar Music Live“-Remixes am 11. April in Hagen. Wir haben die drei Musiker zu allen Feierlichkeiten befragt.

eclipsed: 1976 waren deutsche Texte im Rock und Prog immer noch die große Ausnahme. Warum seid ihr plötzlich auf deutschen Gesang gewechselt und habt „Jumbo“ sogar ein zweites Mal aufgenommen?

Willi: Die gleiche LP in zwei Sprachen aufzunehmen war eine Idee der Plattenfirma. Bis dahin hatten wir auf allen Alben immer nur auf Englisch gesungen. Der Reiz des Neuen überwog dann aber die anfängliche Skepsis. 

JOE JACKSON - Mr. Schwierig

Interviews hasst er wie Schmierseife – Journalisten sowieso. Ginge es nach Joe Jackson, würde er am liebsten nur seine Musik sprechen lassen. Doch anlässlich seines neuen Albums „Hope And Fury“, das an die Pop-Klassiker der 70er und 80er anknüpft, macht der 71-jährige Brite eine Ausnahme: Er bittet zum kurzen Talk in seine zweite Wahlheimat Berlin – und kann bisweilen richtig humorvoll sein; wenn er denn will…

eclipsed: Joe, warum gibst du kaum Interviews? Was ist so schlimm daran?

Joe Jackson: Weil ich das schon so lange mache – und einige Sachen irgendwann nerven. Zum Beispiel, wenn ich nach fünf Minuten mit jemandem merke, dass er oder sie keine Ahnung hat, wer ich bin und was für Musik ich mache. Da denke ich: Lohnt es sich überhaupt, hier Zeit zu investieren? Das passiert leider oft.

eclipsed: Dann ist der Ruf der männlichen Diva ein reines Missverständnis? 

THE BLACK CROWES - Die Gralshüter

Sie haben sich gestritten, geprügelt, getrennt und doch immer wieder zusammengefunden. Jetzt, im 42. Jahr ihres Bestehens, scheinen die Gebrüder Robinson wie ein Herz und eine Seele: Zwei Endfünfziger, die lauten, dreckigen Rock ’n’ Roll spielen und ihren musikalischen Helden huldigen. Auf dem neuen Album „A Pound Of Feathers“ sogar besser denn je.

Upstate New York, Ende Januar. Rich Robinson ist eingeschneit und hat folglich alle Zeit der Welt. Das sorgt für ein lockeres, tiefenentspanntes Gespräch über das zehnte Studioalbum der Band aus (ursprünglich) Atlanta.

eclipsed: Rich, euer neues Werk glänzt mit einem jugendlichen, rebellischen Vibe und kantigen, kraftvollen Songs. Eine musikalische Frischzellenkur oder gar eine Kampfansage? 

CRIPPLED BLACK PHOENIX - In Zeiten des Wahnsinns

Vor zwei Jahren feierte das Postrock-Kollektiv um Justin Greaves und Belinda Kordic 20-jähriges Jubiläum. Mitte April erscheint mit „Sceaduhelm“ ein neues Album, das die typischen dystopischen Klang-Gebirge der Band mit einer altersweisen Gradlinigkeit verbindet. Höchste Zeit also für ein Gespräch mit dem Gitarristen und der Sängerin.

Sie verweigern sich jeglicher Schnelllebigkeit: Seit jeher schreiten Crippled Black Phoenix gemächlich durch ihre düstere musikalische Welt, in der sich unzählige Noise-Schichten zu fast lähmender Schwermut auftürmen. Meist quellen die Songs über vor Dunkelheit, als führten sie zu den trostlosesten Orten, die man sich nur vorstellen kann. Manchmal bestechen sie durch fragile Melodien, manchmal durch brachiale Monotonie. „Endzeitige Postrock-Balladen“ nennt die Band selbst ihre Musik.

LONG DISTANCE CALLING - Albtraum ohne Worte

Mit nunmehr neun Studioalben sowie mehreren EPs und Live-Platten kann sich der Output von LONG DISTANCE CALLING wahrlich sehen lassen. In diesem Jahr feiern die Postrocker aus Münster mit dem Album „The Phantom Void“, einem Film und einer ausgiebigen Tour im Herbst ihr 20-jähriges Bestehen. Gegenüber eclipsed erläutert Drummer Janosch Rathmer das Konzept hinter dem neuen Werk und blickt auf Highlights der Vergangenheit zurück.

Mit einem Konzert im Essener Kino Lichtburg am 8. April, zwei Tage vor der Veröffentlichung des neuen Albums, beginnen die Feierlichkeiten zum runden Jubiläum von Long Distance Calling. Im Gepäck haben die Münsteraner auch einen 20-minütigen Film. Das Visuelle, erklärt Janosch Rathmer, sei den Postrockern schon immer wichtig gewesen, um die Hörer möglichst tief in ihre instrumentale Musik hineinzuziehen.

RAINBOW - 50 Jahre Rainbows „Rising“

Man könnte meinen, Gitarren-Legende Ritchie Blackmore hätte 1976 alles erreicht. Er spielte hinter Gene Vincent und Jerry Lee Lewis, war Ziehkind von ProduzentenLegende Joe Meek und gründete Deep Purple, mit denen er endgültig in die Annalen der Rockgeschichte einging. Mit seiner nächsten Band Rainbow sollte er noch kompromissloser seinen Weg verfolgen, der schließlich im Album „Rising“ gipfelte.

LAZULI - Einfach sein

Jetzt haben sie schon über ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel – und noch immer wählen Lazuli nie den einfachen Weg: Die Südfranzosen stehen für delikat arrangierten Artpop mit Anspruch, Theatralik, ungewöhnlicher Instrumentierung und Gesang in ihrer Muttersprache. Kurz: Musik fernab jeder Oberflächlichkeit. Auch ihr zwölftes Studioalbum „Être et ne plus être“ strahlt scheinwerferhell durch die Schatten der Belanglosigkeit. Sänger Dominique Leonetti knipst für uns das Licht an.