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INES - Neoprog-Perlen aus dem Nichts

In der vergangenen Ausgabe haben wir das Progjahr 1995 aufleben lassen. Schon ein Jahr zuvor sorgte Ines mit „Hunting The Fox“ für Aufsehen in der Szene. Das Album feierte den gerade abflauenden Neoprog und war genau deshalb ein gefundenes Fressen für alle Fans, die nach neuer Musik dieses Genres hungerten. 1996 legte Ines „Eastern Dawning“ nach. Knapp dreißig Jahre später lassen wir die Zeit mit ihr Revue passieren.

ICU - Eine kleine Geschichte der Menschheit

Zum dreißigsten Jubiläum erscheint das in Prog-Kreisen legendäre zweite Album der Sindelfinger Formation ICU, „Now And Here“, in neuem Glanz. eclipsed sprach mit Mastermind Thomas Glönkler über ein ganz besonderes Reissue.

Das Album ist wie aus einem Guss, wahrscheinlich ist es von unseren drei Veröffentlichung deswegen auch die, die bis heute am meisten Resonanz bei den Prog-Hörern erhält“, sagt Thomas Glönkler über die Strahlkraft von „Now And Here“. Als 1995 das zweite ICU-Album erschien, begann der Prog langsam wieder aus dem Schatten zu treten. IQ hatten sich reformiert und den Neoprog-Meilenstein „Ever“ veröffentlicht. Marillion brachten ihr wunderbares „Afraid Of Sunlight“ heraus. Und Arena machten verstärkt auf sich aufmerksam.

ANNA VON HAUSSWOLFF behandelt den Prozess des Erbauens und Zerstörens

Ein Ikonoklast oder „Bilderstürmer“ ist jemand, der aus religiösen, politischen oder kulturellen Motiven Bilder und Denkmäler zerstört. Dem Titel entsprechend zeigt das Cover von Anna von Hausswolffs sechstem Studioalbum ein furchterregendes, durch Papierfetzen auf Augen und Mund entstelltes Porträtfoto eines Kindes; Das Artwork des Booklets enthält weitere Horror-Kinderbilder. „The Iconoclast“ ist nicht nur das längste, sondern auch das berauschendste Stück auf einem Album, das insgesamt als überwältigend zu bezeichnen ist. Auf die Bedeutung seines Titels angesprochen, gab Anna von Hausswolff zu Protokoll: „Ich glaube nicht, dass ein Ikonoklast ein Provokateur ist, sondern eher ein Denker mit ehrenhaften Absichten, eine inspirierende Persönlichkeit, die sich für Veränderungen einsetzt und sich gegen das Etablierte stellt.“

Das Debüt von SOLSTICE liegt in neuem Glanz vor

„Eigentlich wollte ich das Album gar nicht noch mal veröffentlichen“, erzählt ein gut gelaunter und erstaunlich jugendlich wirkender Andy Glass aus Anlass der Wiederveröffentlichung des Debüts „Silent Dance“ seiner Band Solstice. „Aber nachdem ich mich intensiv damit beschäftigt habe, vor allem beim Wiederhören von Steven Wilsons Neuabmischungen dreier Songs, wurde ich von der Musik eines Besseren belehrt.“ Gegründet hatten sich Solstice bereits 1980, sie entsprangen einer früheren Band namens Electric Gypsy, in der Andy Glass und der mit ihm befreundete Sänger Alan King mit niemand Geringerem als Mick Pointer und Doug Irvine zusammengespielten, die kurz darauf bekanntermaßen Silmarillion aus der Taufe hoben.

FLYING CIRCUS sind auf dem besten Weg zur ultimativen Prog-/Hardrock-Fusion

1990 in Grevenbroich gegründet, boten Flying Circus schon immer einen Mix aus Hardrock und Prog, doch griffen die Rädchen nicht immer passgenau ineinander. Mit dem neuen Werk „The Eternal Moment“ sind diese Zeiten wohl endgültig passé. Das liegt auch an den schon 2012 dem Zirkus beigetretenen Musik-Akrobaten Rüdiger Blömer (Keyboards, Geige) und Ande Roderigo (Drums, Gesang), die dem progressiven Rock weitaus stärker zugetan sind und ihre kompositorischen Fähigkeiten jetzt entsprechend einbringen können.

„ROCK MEETS CLASSIC“ findet 2026 zum letzten Mal statt

Ian Gillan, Alice Cooper, John Wetton, Paul Rodgers ... die Liste der bekannten Künstler, die im Rahmen von „Rock Meets Classic“ auf der Bühne standen, ist lang. Nun aber ist Schluss, 2026 ist das Abschiedsjahr. Veranstalter und Produzent Manfred Hertlein über die Beweggründe und die spannende Geschichte des Konzepts.

eclipsed: Manfred, lass uns die Zeitmaschine anwerfen. Wie war das damals, als „Rock Meets Classic“ geboren wurde?

Für DRY CLEANING war es höchste Zeit für ein neues Album

In den späten 80er-Jahren träumte der Autor, Sonic Youth würden ein gemeinsames Album mit Laurie Anderson aufnehmen. Als 2021 dann das erste Album der britischen Band Dry Cleaning auf den Markt kam, hatte man das Gefühl, dieser Traum wäre wahr geworden. Fünf Jahre später geht das Quartett mit „Secret Love“ in die dritte Runde. Um es vorwegzunehmen: Dry Cleaning halten hier den hohen Standard, den sie mit ihrem ersten Album gesetzt haben. 

Wie machen sie das? „Wir hatten genug Abstand zu unserer letzten Platte“, lacht Florence Shaw, deren sonorer Sprechgesang zuweilen an die Stimme Susanne Daubners in der „Tagesschau“ erinnert. „Als wir uns verabredet haben, neue Songs zu schreiben, war ich eher aufgeregt als eingeschüchtert. Es kommt darauf an, sich wieder in den Zustand zu versetzen, etwas ganz Neues zu machen, sodass man das Gefühl hat, dass alles möglich ist. Wir lieben dieses Gefühl.“