Aktuelle News

JADIS - Sonnig und optimistisch

Zum 30. Jubiläum veröffentlicht das britische Neoprog-Quartett Jadis eine neu gemasterte Version ihres lange vergriffenen Klassikers „Across The Water“. Es prägte die zweite Welle des Neoprog ähnlich wie IQs „Ever“, zumal sich diese Bands mit Martin Orford auch den Keyboarder teilten. Mit diesem und Frontman Gary Chandler sprach eclipsed am Rande des Rüsselsheimer Auftritts der Band über den Jadis-Meilenstein.

MOTORPSYCHO wandeln auf den Spuren von Rainbow

Die norwegischen Multitasker Motorpsycho sind eine Wundertüte. Ihre Alben erinnern an Urlaubsorte, die man aus alter Liebe jedes Jahr aufs Neue bereist. Die Orte bleiben dieselben, und doch lernt man jeden Sommer neue Menschen kennen, findet neue Wanderwege und entdeckt neue kulinarische Köstlichkeiten, um sich im nächsten Jahr erneut auf den Weg ins vertraute Unbekannte zu machen. So funktioniert auch ihr gefühlt 120. Album „The Gaia II Space Corps“. „Wir können einfach nicht vor uns selbst davonlaufen“, lacht Gitarrist Snah.

Die englische Band POLY-MATH stößt an die Grenzen der Mathematik

„Something Deeply Hidden“ heißt das neue Opus von Poly-Math, die ihrer namensgebenden Intention, nämlich „Poly“ und „Math“, hier wahrlich freien Lauf lassen. Breitseiten in Math Rock kollidieren auf den durchweg instrumentalen Tracks mit wie aus dem Nichts kommenden Breaks und Taktwechseln – womit sich schon einmal die Chaostheorie zu bestätigen scheint. „Ich denke, der Name Poly-Math ist eher ein Bestreben als alles andere“, lacht Bassist Joe Branton. „Wir versuchen, uns stets auf möglichst viele Aspekte unserer Musik zu konzentrieren. Unser Gitarrist Tim Walters ist ein abstrakter Expressionist. Er hat nicht nur einen Großteil der Musik komponiert, sondern auch das Albumcover gestaltet. Unser Keyboarder Josh Gesner wiederum ist Physiker und hat die Themen und Konzepte für dieses Album entwickelt. Insofern streben wir als Band immer danach, uns weiterzuentwickeln.“

ROBBEN FORD zollt Jeff Beck Tribut

Robben Ford spielte als Live- und Sessionmusiker mit u.a. Miles Davis, Bonnie Raitt, Ute Lemper, Bruce Willis und Kiss. Als Solo-Künstler lässt der Gitarrist und gelegentliche Sänger die Grenzen zwischen Blues, Rock und Jazz virtuos verschwimmen. Diese Melange macht auch sein neues Werk wieder zu etwas Besonderem. Im Zoom-Interview erfahren wir mehr über die Entstehung von „Two Shades Of Blue“ – und noch so einiges andere…

eclipsed: Hi Robben, von wo aus sprichst du mit uns? Es ist, ehrlich gesagt, nicht einfach, auf dem Laufenden zu bleiben, was deinen aktuellen Wohnort angeht.

Jazzer Tim Sund eifert mit GREEN DESERT TREE seinem Vorbild Keith Emerson nach

Wie weit liegen eigentlich Jazz und Progrock auseinander? Manchmal nur eine Albumlänge: Als der Jazzpianist Tim Sund vor einigen Jahren Steven Wilsons Album „The Raven That Refused To Sing“ hörte, beschloss er spontan, eine Prog-Band zu gründen. So entstanden Green Desert Tree, deren zweites Album „Fighting Dragons“ nun erschienen ist. Auch wenn es lange gedauert hat: Für den inzwischen 55-jährigen Tim Sund, der sich im Jazz längst einen Namen gemacht hatte, war der Schritt hin zum Prog nur folgerichtig: „Ich habe einen Rock-Hintergrund, ich komme aus Hagen, bin als Kind mit Grobschnitt sozialisiert worden und habe mit 13, 14 schon in Rockbands gespielt“, führt der Keyboarder aus. 2016 startete er Green Desert Tree, deren Debütalbum „Progressive Worlds“ 2019 gleich richtig gute Kritiken erhielt.

SYRINX CALL bereiten das Thema KI auf ihrem Album filmreif auf

2021 brachte Syrinx Call, die Band um Blockflötist Volker Kuinke und Multiinstrumentalist/Produzent Jens Lueck, mit „Mirrorneuron“ eine fett angelegte Science-Fiction-Story rund um das Thema KI. Mittlerweile ist das Thema omnipräsent und Formen von KI wie ChatGPT begleiten einen, gewollt oder ungewollt, durch das digitale Leben. Nun ist der zweite Teil der Story unter dem Albumtitel „Mirrorneuron 2“ da. Kuinke reflektiert unsere KI-Zeiten so: „Zwischen Teil 1 und Teil 2 unserer Geschichte liegen fünf Jahre. Wahnsinn, wie schnell die Entwicklung der KI in dieser Zeit vorangeschritten ist. Die Menschheit wird gerade mit Highspeed von der Thematik überrollt.“

KRISSY MATTHEWS eifert Joe Bonamassa und Claptons Crossroads Festival nach

Man bezeichnet ihn als Gitarren-Wunderkind. Der britisch-norwegische Blues-Gitarrist und Sänger Krissy Matthews hat sich in den vergangenen Jahren als großer Kollaborateur erwiesen. In der Hamburg Blues Band ist er seit über einem Jahrzehnt Stammmitglied. 2024 entstand das Album „Krissy Matthews & Friends“, auf dem er mit mehr als 70 Künstlern zusammenspielt, darunter Legenden wie Chris Farlowe, Arthur Brown und Inga Rumpf. Im Mai beehrt er uns mit „Guitarmania“, in dessen Rahmen er mit Gitarren-Kollegen eine rauschende „Guitar Party“ veranstalten wird. Das Interview führten wir anlässlich seines Auftritts bei den Rother Bluestagen, wo er wiederum als Teamplayer mit sechs „Women Of Blues“ am Gesangsmikro auftrat.

eclipsed: Mit acht Jahren bekamst du von deinem Vater die erste Gitarre. Inwieweit hat er deine Liebe zur Musik und deine Karriere geprägt?

SCHWARZBRENNER zu Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“

Wolfgang Becker, Kopf des Bluesrocktrios Schwarzbrenner, zeigt sich angesichts der Gratwanderung zwischen lyrischer Vergangenheit und musikalischer Gegenwart auf dem neuen Werk der Band wieder recht zufrieden: „Das Eichendorff Album“, ihr 17. Longplayer in 31 Jahren und der sechste, der sich der Romantik widmet, umfasst acht bereits veröffentlichte und fünf neue Vertonungen von Werken des Dichters.

eclipsed: Wie kann man sich in unseren so rationalen Zeiten auf sechs Alben mit der Romantik beschäftigen?

Wolfgang Becker: Wir haben uns durch „Des Knaben Wunderhorn“ gearbeitet, sind dadurch auf Clemens Brentano und Achim von Arnim gestoßen, um jetzt bei Joseph von Eichendorff zu landen. Wir haben demnach ein ziemlich breites Spektrum abgedeckt. Denn die Romantik war vielschichtig. Das macht sie unwiderstehlich.

eclipsed: Ist Eichendorff ein ganz besonderer Romantiker für euch?