KANSAS - Kommunikation in Zeiten der Ablenkung

Von den großen Prog-Acts der 1970er Jahre ist KANSAS mittlerweile der einzige, der noch Studioalben mit neuem Material veröffentlicht. „The Absence Of Presence“, der aktuelle Longplayer des amerikanischen Septetts, zeigt dabei, dass die Band immer noch äußerst vital ist und ihre progressive Seite nicht unter den Tisch gekehrt hat. Maßgeblichen Anteil an den neuen Songs hatte Gitarrist Zak Rizvi, der seit fünf Jahren als Haupt-Songwriter und Co-Produzent den Kurs der Band prägt. Wir erreichten den Mann aus dem US-Bundesstaat New Jersey mitten in einer Corona-bedingten Tourneepause. 

RINGO STARR - Mr. Love & Peace

Ex-Beatle RINGO STARR wird am 7. Juli 80 – und erfährt endlich die Anerkennung, die er sich immer gewünscht hat

An Richard Starkey alias Ringo Starr scheiden sich die Geister – und das seit Jahrzehnten. Für seine Fans zählt er zu den wichtigsten Schlagzeugern der Rockgeschichte, der zwischen 1962 und 1970 zwölf Alben mit den Fab Four aufgenommen und davon 600 Millionen Exemplare verkauft hat. „John, Paul, George und Ringo haben die Welt auf den Kopf gestellt“, sinnierte einst Lemmy von Motörhead. „Eben die Art, wie Leute Musik gehört und über Rockbands gedacht haben.“

LONG DISTANCE CALLING - Viel mehr als nur Musik

Long Distance Calling bleiben neugierig. Auf dem neuen Album „How Do We Want To Live?“ erobert das deutsche Quartett neue Klangterritorien und behandelt daneben fast ganz ohne Worte eine Reihe komplexer gesellschaftspolitischer Themen.

Nach zwei Alben mit unterschiedlichen Gesangsstücken sind die Münsteraner Postrocker seit dem recht harten „Boundless“ (2018) wieder hauptsächlich instrumental unterwegs. Ihr neuestes Werk ist eine enorm dichte Soundreise mit einem hohen Anteil an elektronischen Elementen. Darüber hinaus möchte die Gruppe damit, obwohl es bis auf einen Song und diverse Sprachsamples keine Texte enthält, die Aufmerksamkeit der Hörer auch auf gesellschaftlich hochaktuelle Fragen wie das Verhältnis zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz, globale Vernetzung, soziale Medien, Überwachung, Ethik, Humanismus und kulturelle Standards lenken. Wir sprachen mit Bassist Jan Hoffmann über ein Album, das vor allem auch zum Nachdenken anregen soll.

EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN - Schichtwechsel

Berlin ist komplett durchgentrifiziert. Umso erfreulicher ist es, dass die Neubauten immer noch einstürzen: Sechs Jahre nach dem letzten Album „Lament“ treten Blixa Bargeld und seine Band auf „Alles in Allem“ vollständig geläutert an. 

Um es vorwegzunehmen: „Alles in Allem“ ist ein schönes Album. Es ist vielleicht sogar das schönste Album, das die Einstürzenden Neubauten je gemacht haben. Oder, um es noch deutlicher zu formulieren: Es ist das erste Album der Gruppe mit einem durchgehenden Feingefühl für offene und verborgene Schönheit, dem man sich kaum entziehen kann. Was ist mit Blixa Bargeld und den Dauerprovokateuren von den Einstürzenden Neubauten passiert?

GREEN CARNATION - Das Spiel mit Erwartungen

Die Karriere von Green Carnation verlief alles andere als stringent. Anno 2020 erleben wir (in Abhängigkeit von der Zählweise) bereits ihre fünfte Inkarnation. Doch die erscheint stabiler denn je. Mit ihrem neuen Album „Leaves Of Yesteryear“ legen die Norweger eine Klammer um ihre Schaffenszeit seit dem Debüt vor 20 Jahren. Außerdem arbeiten sie an der Vollendung eines lange brachliegenden Großprojekts. Gemeinsam mit Sänger Kjetil Nordhus blicken wir in die Vergangenheit und Zukunft der Band.

WHITESNAKE - „Niemand feuert einen Lord!“

Vor 40 Jahren schaffte David Coverdale mit Whitesnake den Schritt zurück auf die großen Bühnen und in die Charts. Den Weg dorthin ebneten ihm das Album „Ready An’ Willing“ mit dem Hit „Fool For Your Loving“ und die Liveveröffentlichung „Live... In The Heart Of The City“. Im Laufe zweier Gespräche, von denen das erste vor der Corona-Pandemie, das zweite mitten im Lockdown stattfand, erinnerte sich Old Cov an seine damaligen Mitmusiker und outete sich als passionierter Mixtape-Zusammensteller. Das am 19. Juni erscheinende „The Rock Album“ ist ein Ergebnis dieser Leidenschaft. Ergänzend dazu befragten wir Ian Paice zu seinen Erinnerungen an seine Zeit in Coverdales Band.

TRAUMHAUS - Doppelter Segen

Sieben Jahre nach seinem letzten Werk „Das Geheimnis“ veröffentlicht das hessische Prog-Quartett ein neues Album. Es heisst „In Oculis Meis“ und hat mit dem letzten Opeth-Opus nicht nur gemein, dass es einen lateinischen Titel hat, sondern auch, dass es in einer muttersprachlichen wie auch einer englischsprachigen Version zu haben ist. Letzteres ist für Traumhaus ein Novum. Über das neue Werk sprachen wir mit Frontmann Alexander Weyland.

Weyland ist gut gelaunt, als wir ihn treffen, sichtlich froh, dass endlich ein neues Album seiner Band auf dem Markt ist, und dazu sehr gespannt, wie die Idee, dieses in zwei Sprachen zu veröffentlichen, denn ankommt…

eclipsed: Das letzte Traumhaus-Album ist vor sieben Jahren erschienen und wurde sehr gut aufgenommen – warum also diese lange Pause?

Auf ihrem neuen Album „Virus“ erzählen HAKEN von einer Krankheit, gegen die es wohl nie einen Impfstoff geben wird

Mitten in der Corona-Krise bringen Haken ein Album namens „Virus“ heraus, als hätten sie eine Vorahnung von der aufkommenden Pandemie gehabt. Textlich äußerst spannend, folgt es musikalisch einem überaus harten und kompromisslosen Pfad. Stellt die Band ihren Prog-Anspruch damit zurück? Welcher Virus hat Haken da erwischt?

Die Zeiten von Corona sind hart genug für uns alle. Nun legen Haken mit ihrem neuen Album „Virus“ noch zusätzlich den Finger in die Wunde. Allerdings unabsichtlich, denn geschrieben wurde das Album als Fortsetzung des Vorgängers „Vector“ (2018) lange vor der Covid-19-Pandemie. Es erzählt die weitere Geschichte des „Cockroach King“, der erstmals auf dem Album „The Mountain“ (2013) im gleichnamigen Track auftauchte, einem der bekanntesten und faszinierendsten Songs der Band. Wir fühlten Songschreiber, Gitarrist und Keyboarder Richard Henshall sowie dem Haken-Virus auf den Zahn.