ROINE STOLT’S THE FLOWER KING - Blumen zu Gold

Auch wenn es die Flower Kings, eine der wichtigsten Retro-Progbands der Neunzigerjahre, nicht mehr gibt: Kreativkopf Roine Stolt ist aktiv wie eh und je. Unter dem etwas sperrigen Projektnamen Roine Stolt’s The Flower King hat der Schwede für „Manifesto Of An Alchemist“ mehrere (Ex-)Blumenkönige sowie Kollegen aus anderen Gruppen zusammengetrommelt. Mit ihnen hat er ein gewohnt vielfältiges Album aufgenommen, dessen Texte auffällig oft die Weltlage reflektieren.

Zum Zeitpunkt des Interviews steckt Roine Stolt mitten in den Vorbereitungen für die Tourproben, die in seiner Heimatstadt Uppsala stattfinden. Dabei plaudert der 62-Jährige ganz entspannt über das aktuelle Album, aber auch darüber, wieso die Flower Kings in eine Sackgasse geraten sind. „Manifesto Of An Alchemist“ ist deshalb auch als künstlerisches Statement zu verstehen, mit dem Stolt die Tugenden der Original-Flower-Kings nochmals zum Leben erwecken möchte.

CHANDELIER - Neuss-Noise

Chandelier gehörten nicht zu den Großen der Neoprogszene der frühen Neunzigerjahre. Doch hatte das Quintett aus Neuss durchaus seine Fans. Tatsächlich mussten sich Chandelier mit ihrem Sound auch nicht vor internationalen Koryphäen wie Marillion, IQ oder Pendragon verstecken. Jetzt erscheint in zwei Schüben der schmale Backkatalog der Band noch einmal neu, digital gemastert von Eroc.

Es ist ein polnisches Label, das die drei Alben der nordrhein-westfälischen Formation Chandelier wiederveröffentlicht. GAD Records hat „Pure“ (1990) und den Nachfolger „Facing Gravity“ (1992) jeweils als Doppel-CD-Set mit Bonustracks herausgebracht. Anfang 2019 legt es noch „Timecode“ (1997) nach. Wir sprachen aus diesem Anlass mit drei der Gründungsmitglieder. Gitarrist Udo Lang (53), Bassist Christoph Tiber (50) und Sänger Martin Eden (54) blicken zurück auf ihre Band, die jetzt von einem neuen Publikum wiederentdeckt werden kann.

MARK KNOPFLER - Der Dickkopf

Alle zwei Jahre ein neues Album und eine Tour: Der ehemalige Chef der Dire Straits ist so zuverlässig wie eine Schweizer Uhr. Und so beharrlich, dass ihn nichts aus der Ruhe bringt – weder die Reunion-Tour seiner alten Band noch die Einführung in die Rock’n’Roll Hall of Fame. Der 69-jährige Schotte macht einfach sein Ding, und das, so zeigt sein neues Album „Down The Road Wherever“, immer noch verdammt gut.

NEKTAR - Don’t remember the future

Als Roye Albrighton 2016 nach längerer Krankheit verstarb, war die Zukunft von Nektar ungewiss. Die hinterbliebene Rumpfformation hatte mit Schlagzeuger Ron Howden nur noch ein Gründungsmitglied in ihren Reihen. Doch Howden war gesundheitlich angeschlagen. Dann gab es Bassist Tom Fry, seit 2014 in der Band. Und natürlich Keyboarder Klaus Henatsch, der mit Albrighton seit 2007 gemeinsame Sache gemacht hatte. Doch würde das reichen für eine Neuauflage der Band? Jetzt legt sie ihre neueste Studioarbeit „Megalomania“ vor.

GRETA VAN FLEET - Die Lebensversicherung des Rock

Ein Gerücht macht die Runde: Die Rockmusik sei tot beziehungsweise von der Popmusik, von windigen Produzenten und der Musikindustrie verwässert. Insofern bleibe lediglich der Blick zurück mittels Backkatalogveröffentlichungen, Reuniontourneen und Autobiografien aus einer vermeintlich besseren Zeit. Alles Quatsch, wie Greta Van Fleet beweisen: Das Quartett aus Michigan erweist sich als Gralshüter und vielleicht sogar Zukunft des Rock. eclipsed hat Sänger Josh Kiszka beim Interview in Los Angeles auf den Zahn gefühlt.

ACE OF CUPS - Altweibersommer der Liebe

Ende der Sechzigerjahre, während des Summer of Love, machten Ace Of Cups, 1967 in San Francisco gegründet und mit den Grateful Dead befreundet, als erste reine Frauenrockband Furore mit einem außergewöhnlichen Stilmix, der sogar Jimi Hendrix begeisterte. Ihr Debütalbum aber ist gerade erst, nach über einem halben Jahrhundert, erschienen. Eine zweite Studioarbeit wird 2019 folgen, wie ihre Gitarristin Denise Kaufman gegenüber eclipsed ankündigte.

GENESIS - 40 Jahre „…And Then There Were Three…“

Da waren’s nur noch drei. Noch während der letzten Tour hatte Steve Hackett für sich entschieden, Genesis zu verlassen. Er war frustriert, hielt er doch seinen Anteil am Output für zu gering und seine Beiträge für zu wenig wertgeschätzt. Bei Tony Banks, Phil Collins und Mike Rutherford löste sein Entschluss auch längst nicht so einen Schock aus wie Peter Gabriels Ausstieg zwei Jahre zuvor. Sie wollten dem Prog-Schlachtschiff ohnehin einen neuen Sound, einen radiotauglicheren Anstrich verpassen. So wurde „…And Then There Were Three…“ das bis dato poppigste Album der Band. Als Phil Collins am 8. Oktober 1977 in London in der Ladbroke Grove zufällig auf seinen Bandkollegen Steve Hackett traf und kurz mit ihm sprach, ahnte er nicht, was er Stunden später aus zweiter Hand erfahren sollte. „Abends sagte mir Mike, Steve komme nicht mehr, er sei raus“, so Collins in einer Banddokumentation des Musiksenders VH-1. Damit hatte niemand gerechnet.

Die SMALL FACES feiern den Fünfzigsten ihres Psychedelic-Klassikers „Ogdens’ Nut Gone Flake“

Im Mai 1968 veröffentlichten die Small Faces „Ogdens’ Nut Gone Flake“. Ein Album, das nicht nur aufgrund seines spektakulären Cut-out-Covers, sondern auch wegen der Geschichte um einen Menschen, der sich auf die Suche nach der verlorengegangenen Hälfte des Mondes begibt, seinerzeit viel Aufsehen erregte. Der Klassiker wird zum fünfzigsten Jahrestag seiner Veröffentlichung in verschiedenen Formaten wiederveröffentlicht. Wir sprechen mit Small-Faces-Schlagzeuger Kenney Jones (70) über die Zeitlosigkeit dieses Meilensteins.

eclipsed: Warum ist „Ogdens’ Nut Gone Flake“ heute noch so populär?