Aktuelle News

CRIPPLED BLACK PHOENIX - „Wenn du dir unsere Alben anhörst, wirst du sehen, dass es immer um die gleichen elenden Themen geht“

Auf ihrem jüngsten Werk befassen sich die englischen Post-Rocker Crippled Black Phoenix einmal mehr mit dem menschlichen Seelenleben – dazu kommt diesmal noch der Zustand der britischen Nation
Knapp eine Woche vor dem Erscheinen von „Ellengæst“ erwischen wir CBR-Gründer Justin Greaves fröhlich, ja fast ausgelassen in seinem Arbeitszimmer. Wie er uns im Gespräch mitteilt, feilt er bereits am nächsten Album. Daneben erzählt er u. a. von den Aufnahmesessions zum aktuellen Werk sowie den jüngsten Umbesetzungen in seiner Band.

eclipsed: Wie zufrieden bist du mit dem neuen Album?


Justin Greaves: Sehr zufrieden! Aber es ist komisch, darüber zu sprechen, denn wir haben das Album letztes Jahr im Oktober aufgenommen. 


ACHIM REICHEL - Von der Waterkant ins Weltall

Seit sechs Jahrzehnten ist Achim Reichel im Musikbusiness unterwegs. In seiner Autobiografie „Ich hab das Paradies gesehen“ erzählt der verkannte Superstar nun von seinem bewegten Leben zwischen Beat, psychedelischen Traumreisen und vertonter Dichtkunst.

Hätte Achim Reichel in Großbritannien eine vergleichbare Karriere hingelegt, würde ihn die Presse mit Metaphern, Ehrentiteln und Superlativen wie „musikalisches Chamäleon“, „Revolutionär“ oder „Impulsgeber für Generationen“ beschreiben. In Deutschland hingegen kennt man meist nur bestimmte Phasen seines Schaffens. Und vielleicht ist der gebürtige Hamburger ja einfach zu nett und „volxnah“, um die gebührende Anerkennung einzufordern. Eventuell vermag das aber jetzt seine hochspannende Lebensgeschichte nachzuholen, die bei Rowohlt erschienen ist.

eclipsed: Mit dem Schreiben der Autobiografie hast du neues Terrain betreten ...

THE PRETTY THINGS veröffentlichen mit „Bare As Bone, Bright As Blood“ ihr erstes Akustikalbum

Der 15. Mai 2020 geht als trauriger Tag in die lange Geschichte der Pretty Things ein: An jenem Freitag verstarb Phil May, der als Sänger und Gründungsmitglied der Band seit 1963 ununterbrochen angehörte. Posthum ist jetzt mit „Bare As Bone, Bright As Blood“ ein reines Akustikalbum der Pretties erschienen. Gitarrist Dick Taylor weiß darüber einiges zu erzählen.

eclipsed: Dick, siehst du „Bare As Bone, Bright As Blood“ als Phils Vermächtnis an?

Dick Taylor: Absolut. Für ihn war die Arbeit daran sehr wichtig. Musik zu machen und zu singen hat ihm geholfen, mit seinen gesundheitlichen Problemen und seinem Zustand umzugehen. Das Album spiegelt seinen Enthusiasmus und seine Hoffnung wider. Ich wünsche mir, dass die Leute beim Anhören sein Talent und seine Bedeutung erkennen und ihm die entsprechende Wertschätzung entgegenbringen.

UFO - „Du konntest jemandem wie Pete nie lange böse sein“

UFO

Pete Way, Gründungsmitglied von UFO und einflussreicher Bassist, hatte neben der Musik leider auch noch andere Schwächen. In weniger als eineinhalb Jahren verzeichneten die Rockurgesteine von UFO nicht weniger als drei Trauerfälle: Am 13. April 2019 erlag Multiinstrumentalist Paul Raymond in einer Tourpause mit 73 Jahren einem Herzinfarkt. Gitarrist Paul Chapman verschied am 9. Juni dieses Jahres, seinem 66. Geburtstag, und am 14. August, nur eine Woche nach seinem Geburtstag, starb der UFO-Mitbegründer Peter Frederick Way 69-jährig an den Spätfolgen eines schweren Unfalls. Damit sind von jener Besetzung, die das erfolgreichste UFO-Album „No Place To Run“ (1980) einspielte, nur noch Sänger Phil Mogg und Drummer Andy Parker übrig.

GALAHAD reichte der Lockdown gleich für drei Veröffentlichungen

Die englischen Progressive-Rocker, seit 1985 aktiv, haben die Zeit der Entschleunigung infolge Coronas gut genutzt: Mit einer fetten 3-CD-Version ihres Album-Klassikers „Following Ghosts“ (1998), der nagelneuen Veröffentlichung „When The Battle Is Over“ vom Nebenprojekt Galahad Electric Company und der aktuellen Solo-CD ihres Gitarristen Lee Abraham, „Harmony/Synchronicity“ betitelt, machen die Briten gegen die Vereinsamung in Zeiten sozialer Distanzierung mobil. Während die Expanded Edition von „Following Ghosts“ schon 2018 zum 20-jährigen Jubiläum hätte erscheinen sollen, sind die beiden anderen Veröffentlichungen direkt unter dem Einfluss des Covid-19-Lockdowns entstanden. 

SIMON COLLINS hat mit „Becoming Human“ seinen ganz eigenen Sound gefunden

Collins ist das Paradebeispiel eines Kosmopoliten: Geboren in London, wuchs der älteste Spross von Phil Collins in Vancouver und in der Schweiz auf, mit seinem Label bezog er dann Büros in New York und London. Niedergelassen hat er sich seit einiger Zeit nun jedoch in Irland. Die grüne Insel nennt er im Brustton der Überzeugung „seine Heimat“. Man kann aber erahnen, welche „Reise“ der 44-Jährige im wahrsten Sinne des Wortes hinter sich gebracht hat.

Und genau das spiegelt sich auch auf seinem vierten Soloalbum „Becoming Human“, dem ersten nach zwölf Jahren, wider: „Es ist ein sehr intimes Album geworden, vielleicht mein persönlichstes“, sagt Collins im Interview. „Ich habe in den letzten Jahren über vieles in meinem Leben nachgedacht. Das Album repräsentiert meine Reise bis ins Hier und Jetzt. Ich lasse die Leute ein bisschen in mein Leben und hoffe, mich so mit ihnen zu verbinden.“ 

SÓLSTAFIR tauchen ab in menschliche Abgründe und fördern Gutes zutage

Die Musik klingt düster, der Gesang wie ein Hilfeschrei. Im Grunde sind die Songs der Isländer aber sehr positiv, handeln davon, wie Krisen überwunden werden können. Ein Gespräch mit Frontmann Aðalbjörn „Addi“ Tryggvason jedenfalls ist eine erfreuliche Begegnung mit einem optimistischen Menschen. Und das, obwohl Covid-19 den kreativen Fahrplan seiner Band komplett über den Haufen warf. „Normalerweise folgen wir dem Rhythmus ‚Songs schreiben, aufnehmen, veröffentlichen, touren und Album promoten‘. Diesmal lief alles anders. Zunächst brauchten wir länger als sonst. Im Dezember 2018 begannen wir mit dem neuen Album, gaben uns ein Jahr bis zum Aufnehmen. Ende 2019 waren wir immer noch nicht fertig. Man hörte aus dem fernen China, dass dort ein Virus sein Unwesen treibe. Wir saßen beisammen und komponierten, gingen im Februar und März ins Studio. Mittlerweile war das Virus in Europa angekommen, und alles wurde heruntergefahren.

THE STRUTS wollen in düsteren Corona-Zeiten mit ihrer Musik Mut machen

Im April quartierten sich die vier englischen Struts, die mittlerweile allesamt in Los Angeles leben, weil die nicht unironischen Glamrocker in den USA besser ankommen als zu Hause, im Heimstudio des Produzenten Jon Levine ein, um dort in zehn Tagen und unter strikter Einhaltung regelmäßiger Pool- und Bierpausen das dritte Album „Strange Days“ aufzunehmen. Wir unterhielten uns mit dem Bassisten Jed Elliott.

eclipsed: Jed, dafür, dass euer neues Album „Strange Days“ heißt und in den ersten Wochen der Corona-Pandemie eingespielt wurde, macht es echt gute Laune.