Der Weg war lang bis zur Geburt von BIRTH, aber er hat sich gelohnt

Gleich mit ihrem Debüt „Born“ katapultierten sich Birth in der vergangenen September-Ausgabe zum „Album des Monats“. Ganz zu Recht übrigens, bietet „Born“ doch einen authentischen Retroprog, der wie eine verlorene Perle aus den frühen 70er Jahren erscheint, auch Spurenelemente von Psychedelic, Space Rock und RIO enthält, natürlich an all die großen Legenden von damals erinnert und doch weit mehr ist als nur ein Aufguss schon Tausende Male gehörter Stilmittel. Aber auch wenn „Born“ das Debüt der Band aus San Diego ist, so sind die vier Musiker alles andere als Greenhorns. Es begann Anfang der 2000er Jahre, als die beiden Multiinstrumentalisten Conor Riley (mehr Fokus auf Keyboards und Gesang) und Brian Ellis (überwiegend Gitarre, aber auch Keyboards) sich mit zwei weiteren Musikern aus San Diego zur Band Silver Sunshine zusammentaten und in den Jahren 2004 und 2005 ein Album und eine EP mit einem Mix aus Pop/Rock/Indie veröffentlichten.

Synthie-Pop-Spezialist HOWARD JONES setzt mit seinem neuen Album auf Optimismus

Der DIY-Ansatz des Punk und die Entwicklung hin zu bühnentauglichen polyphonen Synthesizern und Drum Machines bereiteten den Boden. Donna Summers Hit „I Feel Love“, Cat Stevens’ Synthesizer-Texturen auf „Izitso“ (beide 1977) und natürlich die Elektroniker selbst, der visionäre Electro Pop Kraftwerks generell oder Jean Michel Jarres „Oxygène“ (1976), waren Vorläufer. Ultravox („Hiroshima Mon Amour“, 1977), Human League („Being Boiled“, 1978), Tubeway Army mit Gary Numan („Are ‚Friends‘ Electric?“, 1979) und OMD („Electricity“, 1979) waren die erste Welle von Synthie-Pop-Künstlern, dem elektronischen Arm des New Wave.

KINGS OF MERCIA sind als Supergroup die neuen melodischen Hardrock-Könige

Das Versprechen ist bombastisch: eine Band mit dem Fates-Warning-Gitarristen Jim Matheos und dem FW-Bassisten Joey Vera (u. a. auch bei Armored Saint) auf der US-amerikanischen Seite; dazu gesellen sich die Engländer Simon Phillips (u. a. MSG, Toto) an den Drums und der Über-Sänger Steve Overland (u. a. FM, Overland)! Zu oft haben sich Verheißungen dieser Art indes als laues Lüftchen herausgestellt – jedoch hatten diese Kombinationen auch niemals einen Sänger wie Overland: Der 62-Jährige aus dem Küstenort King’s Lynn („Ich wusste, dass ich irgendwann in einer Band lande, die den König im Namen trägt. Aber ich weiß gar nicht genau, ob die Mercia-Könige im 6. Jahrhundert ihr Reich bis an die Küste meiner Geburtsstadt ausweiteten …“) könnte wie sein Landsmann Paul Rodgers das Telefonbuch absingen, und man würde sogleich nach einer tieferen Bedeutung in den Lyrics suchen.

GENESIS - Mit »FOXTROT« in die Prog-Annalen

1972 erschienen binnen weniger Wochen zwei Alben, die nach übereinstimmender Expertenmeinung zum Besten gehören, was der Progressive Rock je hervorgebracht hat: Mitte September setzten Yes mit „Close To The Edge“ Maßstäbe; rund drei Wochen später legten Genesis mit „Foxtrot“ nach. Die Kritiker ahnten damals wohl bereits, was für Meisterwerke da entstanden waren. Jahre später wurde deutlich, dass es sich um zwei wirkliche Referenzalben des Genres handelte. Wer hat sich nicht alles von ihnen inspirieren lassen? Für Genesis – Peter Gabriel, Tony Banks, Mike Rutherford, Phil Collins und Steve Hackett – war „Foxtrot“ der endgültige Durchbruch im eigenen Land und der Beginn einer fulminanten internationalen Karriere. eclipsed erzählt die Entstehungsgeschichte des Albums, lässt Gitarrist Steve Hackett ausführlich dazu zu Wort kommen und blickt mit einem historischen Text zurück in die Zeit unmittelbar vor seiner Veröffentlichung.

PETER GABRIEL - Doppeljubiläum des Innovators: 40 Jahre „IV“, 30 Jahre „US“

Peter Gabriel ist zweifellos einer der innovativsten wie wagemutigsten Musiker, der bei jedem seiner bisherigen Alben einen gewaltigen künstlerischen Schritt nach vorne ging. Schon seit frühen Genesis-Tagen verstand er Rockmusik als multimediale Kunstform, die er zunehmend durch technische Neuerungen und visionäre Bühnenkonstruktionen erweiterte. Auf seinen Studiowerken bezog er als Menschenrechtsaktivist ab den 1980ern immer stärker gesellschaftspolitisch Stellung, experimentierte als Klangpionier mit modernen elektronischen Keyboardtechnologien, kreierte unorthodoxe Rhythmusstrukturen und integrierte insbesondere aus Afrika stammende weltmusikalische Klänge. Angesichts ihrer runden Jubiläen diskutieren wir das Innovationspotenzial seiner Alben „IV“ (1982) und „US“ (1992) im Kontext ihrer jeweiligen Zeit. 

Peter Gabriel »IV« Zwischen Archaik & moderner Technik

OZZY OSBOURNE „Ich habe noch längst nicht genug!“

Die Gesundheit spielt zwar noch nicht so richtig mit, aber weder Parkinson noch andere Gebrechen halten Heavy-Metal-Urgestein Ozzy Osbourne von der Arbeit ab. Und so hat der 73 -Jährige ein vorzügliches neues Album aufgenommen: „Patient Number 9“. Für die Mitarbeit an diesem Werk konnte er wieder einige illustre Gitarristen gewinnen.

Wir unterhielten uns per Zoom (leider ohne Video) mit einem gut aufgelegten Ozzy, der ein bisschen schwer hört und dem man die meisten Fragen daher mehrmals stellen musste, dessen Humor und Schlagfertigkeit aber immer wieder aufblitzten.

eclipsed: Ozzy, du erholst dich gerade von einer weiteren schweren Operation am Nacken. Wie läuft es mit der Genesung?

Ozzy Osbourne: Gut so weit. Der Eingriff war wirklich massiv, das muss ich sagen. Die Operation verlief sehr gut, doch ich muss mich in Geduld üben. Nichts geht von heute auf morgen, aber ich merke, wie es allmählich wieder besser wird.

ALAN PARSONS - Schöne neue Welt?

Die qualitativen Höhen jener Artrock-Konzeptwerke, die er im Rahmen des Alan Parsons Project mit seinem einstigen Kreativpartner Eric Woolfson erschuf, vermag er nicht mehr so mühelos zu erreichen. Gleichwohl wartet sein neues Album „From The New World“ mit recht unterschiedlichen Facetten auf. Im Interview sprach Klangmagier Alan Parsons über die Bedeutung des Titels, Antonín Dvořáks 9. Sinfonie, seine Mitmusiker und die Veränderung seines musikalischen Stils.