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Mit „The Red Planet“ legt RICK WAKEMAN wieder ein instrumentales Prog-Album vor

Der Mars fasziniert die Menschen seit jeher – ob es nun um die Frage nach Leben auf dem vierten Planeten unseres Sonnensystems oder dessen mögliche Besiedlung geht. Expeditionen zum Roten Planeten scheinen näher zu rücken, und auch Rick Wakeman hat das Mars-Fieber gepackt. So sehr, dass der Keyboarder nach mehreren Alben, auf denen das Klavier im Mittelpunkt stand, nicht nur zu seinen Prog-Wurzeln zurückgefunden, sondern auch sein wohl bestes Solowerk seit vielen Jahren eingespielt hat. Was ihn dazu bewogen hat, erzählt er im Interview.

Arjen Lucassen erfüllt sich mit dem neuen AYREON-Album „Transitus“ gleich mehrere Träume

„Unser Genre wird ja gern als ,progressiv‘ bezeichnet, was für mich bedeutet, immer neue Wege zu beschreiten und musikalisch zu experimentieren“, blickt der inzwischen 60-jährige Lucassen auf die Entstehungsgeschichte von „Transitus“ zurück.

„Im wahren Prog-Geist wollte ich also etwas ganz anderes ausprobieren als ein typisches Ayreon-Album, ich wollte etwas eher Theatralisches machen, fast wie ein Musical, und natürlich habe ich bei der Gelegenheit auch noch einmal meine Lieblings-Rockopern wie ,Jesus Christ Superstar‘, ,Tommy‘, ,Krieg der Welten‘ und ,The Wall‘ als Inspiration wirken lassen.“

Bei THE TANGENT ist Privates und Persönliches vom Politischen nicht zu trennen

Andy Tillison ist als Mastermind in letzter Konsequenz The Tangent. Auch wenn der britische Sänger und Keyboarder immer wieder betont, dass ohne seine Mitstreiter Jonas Reingold (Bass), Theo Travis (Saxofon und Flöte), Luke Machin (Gitarre) und Steve Roberts (Schlagzeug) der Sound der Band völlig anders klänge. Fakt ist aber, dass der 61-jährige Tillison sämtliche Kompositionen zuhause austüftelt. Im Studio wird ihnen dann als Kollektiv der letzte Schliff verpasst. So geschehen auch beim aktuellen 11. Studioalbum „Auto Reconnaissance“. Dabei steht Musik zwischen Opulenz und Zerbrechlichkeit im Vordergrund. Die Texte allerdings verdienen ebenfalls Beachtung, changieren zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen Selbst- und Gesellschaftskritik. „Der private Andy ist ohne den politischen nicht zu haben oder fassen“, scherzt ein gut aufgelegter Tillison gleich zu Beginn des Interviews.

Die Band ALL THEM WITCHES erreicht mit einem Mann weniger deutlich mehr

Musik hat zwar viel mit Mathematik gemein, manchmal setzt sich die Klangkunst jedoch auch ganz selbstbewusst über die mathematischen Gesetze hinweg. Ein Beispiel dafür ist die amerikanische Band All Them Witches. Auf ihrem letzten Album traten sie noch als Quartett mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards an, auf der neuen CD „Nothing As The Ideal“ ist ihnen der Keyboarder abhandengekommen, und doch klingen sie voller und diverser als je zuvor. Für Drummer und Bandgründer Robby Staebler ist das die logische Folge einer natürlichen Entwicklung. „Wir haben mit der Platte nichts anderes gemacht als mit den Alben davor“, konstatiert er trocken, als würde er über die neue Garage seines Nachbarn reden. „Wir brauchen keinen Grund, um etwas zu tun, sondern spielen mit ein paar Ideen rum. Manches geht auf, anderes nicht. Unser einziger Plan bestand darin, neue Musik einzuspielen.“

JG THIRLWELL und SIMON STEENSLAND ergründen auf „Oscillospira“ Makro- und Mikrowelten

Der in New York lebende Australier JG Thirlwell hat seit Anfang der 1980er Jahre regelmäßig spannende Platten zwischen Postpunk, Experimental Rock und Noise herausgebracht, etwa mit seinem Ein-Mann-Projekt Foetus und mit Wiseblood. Daneben machte er sich einen Namen als Klassik-Komponist (u. a. für das Kronos Quartet) und als Remixer (z. B. für Faith No More und Nine Inch Nails). Sein aktuelles Album „Oscillospira“, das mit dem schwedischen Multiinstrumentalisten Simon Steensland entstand, ist nun möglicherweise sein beeindruckendstes und verschmilzt Avantgarde-Prog mit moderner Kammermusik. 

Mit ihrem Debüt proben die englischen Newcomer ANOTHER SKY den klanggewordenen Aufstand

Das war überfällig: Another Sky aus London sind die erste Band der Generation Fridays For Future/Brexit/Black Lives Matter, die einen Vertrag bei einem Major Label ergattert hat und diese Plattform nutzt, um ihren Ansichten Gehör zu verschaffen – gerade so, wie es die Folkbarden der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und die Punkrocker der 70er getan haben: Sie servieren Protestmusik für das Heer der jungen Frustrierten. 

1970 - Aufbruch im Trümmerjahr

Es war die Stunde Null nach den turbulenten 60s: Das Jahr 1970 gab den furiosen Startschuss in die Dekade des Rock. Als das letzte Kalenderblatt des Woodstock-Jahres 1969 abgerissen war, lagen die Träume der Generation Love & Peace bereits wie kaputtes Spielzeug am Boden. Denn so viel war klar: Mit allumfassender Liebe und bewusstseinserweiternden Drogen allein würde sich eine neue Gesellschaft nicht errichten lassen. Dennoch wirkten die Impulse der jugendlichen Rebellion weiter und veränderten allmählich die Kultur der westlichen Welt. Natürlich spiegelte sich all das auch in der noch jungen Rockmusik, die voller Abenteuerlust in die unterschiedlichsten Richtungen drängte. 1970 wurde zum Jahr des Aufbruchs und der neuen Gesichter.