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Anstatt die eigenen vier Wände anzustarren, entfliehen KADAVAR lieber in spacige Weiten

Reiseverbote, Konzertabsagen – die Corona-Krise erwischte viele Bands und Veranstalter eiskalt. Auch die Berliner Stoner Rocker können ein Lied davon singen, denn eigentlich wären sie im Frühjahr auf Welttournee gewesen. Wie aus den Erfahrungen des Lockdowns ein ungeplantes Album mit ungewohnt ruhigen Tönen entstand, erzählt Gitarrist und Sänger Christoph „Lupus“ Lindemann. 

eclipsed: Kann man euer neues Album „The Isolation Tapes“ als eine Art Tondokument eurer Zwangspause betrachten? 

Lupus: Genau. Wir befanden uns mitten in einer großen Tour, als es dann am 18. März plötzlich für alle vorbei war. Wir mussten abbrechen, sind aus Frankreich zurück nach Berlin, und da war uns dann relativ schnell langweilig. Kurz vor dem Lockdown haben wir noch ein Stream-Konzert gemacht, der Opener „The Lonely Child“ stammt da her. Und die Idee, einfach weiter zusammen Musik zu machen.

COMMUNIC geben sich auf dem Album „Hiding From The World“ ganz und gar nicht weltabgewandt

Geradezu idyllisch mutet es an, als Oddleif Stensland beschreibt, wo er sich gerade befinde: zu Hause auf dem Land, eine knappe Stunde von der norwegischen Stadt Kristiansand entfernt. Dort, wo die Kinder draußen spielen und in den Wald gehen können. Etwas weniger idyllisch dagegen gestaltet sich die Musik seiner Band Communic, die mit ihrem sechsten Album „Hiding From The World“ weiterhin im Bereich des grau gefärbten Progressive Metal unterwegs ist.

eclipsed: Oddleif, was ist in den letzten Jahren bei euch passiert?

Oddleif Stensland: Nun, vor allem habe ich ein neues Studio gebaut. Es ist ein eigenes Gebäude, 100 Meter von meinem Haus entfernt. Davor hatte ich das Studio bei mir im Keller. Aber da musste es raus – ich brauche einen Platz, wo ich ungestört sein kann. Und unabhängig. Und wenn ich keine Lust mehr habe, gehe ich heim und schaue Netflix oder so (lacht).

Bei DARWIN glänzt Simon Phillips als Drummer und Produzent


Der eine ist ein Star, der andere ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Trotzdem fanden Simon Phillips und DarWin zueinander. Mit „DarWin 2: A Frozen War“ haben sie ihr zweites Album an den Start gebracht. Eine ungewöhnliche Partnerschaft. Doch was beim Interview schnell klar wird: Hier begegnen sich zwei Musiker auf Augenhöhe.

eclipsed: DarWin, über dich ist sehr wenig bekannt. Wir wissen, dass du aus Island kommst und als Einflüsse u. a. die Beatles und Dream Theater nennst. Warum machst du so ein Geheimnis um deine Person?

DarWin: Ehrlich gesagt brauche ich das nicht, bekannt oder berühmt zu sein. Ich lasse lieber die Musik sprechen. Vor sechs, sieben Jahren habe ich beschlossen, meine eigenen Ideen umzusetzen, und es ergab sich die Zusammenarbeit mit Simon, wobei ich bei diesem Projekt der Hauptschreiber bin. Mehr muss man nicht wissen. 

eclipsed: Wie kamt ihr zusammen?

BRUCE SPRINGSTEEN - Energiegeladener Blick zurück

Bruce Springsteens neues Album „Letter To You“ kommt überraschend. Doch wer in Corona- und US-Wahlkampf-Zeiten vom Boss ein waschechtes politisches Album wie einst „The Rising“ nach den 9/11-Anschlägen erwartet hatte, sieht sich getäuscht. Ist es auch kein „Brief“ zur aktuellen Lage der Welt, so handelt es sich bei „Letter To You“ doch um ein Album voller Weisheit, auf dem sich der Musiker intensiv mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Und für Enttäuschung besteht kein Grund: Auch wenn das verschneite Cover andere Assoziationen wecken kann, ist dieses musikalische „Schreiben“ das wohl energiegeladenste E-Street-Band-Album seit „Born In The U.S.A.“. Wir gehen auf Spurensuche und beleuchten den schmerzhaften Entstehungsprozess von „Letter To You“, widmen uns seinen schweren Themen, den hochkarätigen Songs und seinem besonderen Sound.

FATES WARNING - Am Ende eines langen Jahres

Es ist das verflixte 13. Studioalbum und erscheint im verflixten Jahr 2020: „Long Day Good Night“ war alles andere als eine leichte Geburt, das wird im Verlauf des Gesprächs mit Fates-Warning-Frontmann Ray Alder deutlich. Seit 1987 steht er – gemeinsam mit Songwriter und Gitarrist Jim Matheos – im Zentrum der Progressive-Metaller, einige Edelsteine des Genres hat er seitdem mitgeschmiedet. Das neue 72 Minuten lange und standesgemäß mit 13 Songs ausgestattete Werk reiht sich nun da ein und überzeugt nicht zuletzt aufgrund neu aufgestoßener Türen.

Ray Alder ist entspannt. Das kann er auch sein. Ein Jahr intensiver Arbeit liegt hinter ihm und seinen Bandkollegen. Unter widrigen Umständen (Corona) und mit jeder Menge Druck im Nacken entstand „Long Day Good Night“. Ein Album, welches der sympathische Musiker selbst – so gesteht er im Verlaufe des Interviews – seit Monaten nicht mehr gehört hat. Zu erzählen weiß er dennoch einiges.

QUEEN + ADAM LAMBERT - „Es ist wahnsinnig aufregend, als Katalysator für Brian und Roger zu wirken“

Wie das britische Staatsoberhaupt denken auch die nach ihm benannten Rockhelden der 70er- und 80er-Jahre nicht ans Abdanken. Im Gegenteil: Seit dem oscarprämierten Biopic „Bohemian Rhapsody“ erlebt Queen eine regelrechte Renaissance und erobert sich ein ganz neues Publikum. Aus gutem Grund, so ihr Tour-Gastsänger Adam Lambert: „Freddie Mercury war seiner Zeit weit voraus.“

Seit 2011 tourt der in San Diego beheimatete Sänger nun schon mit Brian May und Roger Taylor um die Welt. Für den 38-Jährigen ist es nach wie vor eine künstlerische Herausforderung, allabendlich in die Fußstapfen seines Idols Freddie Mercury zu treten und dessen Songs zu singen. Er tut dies mit großer Begeisterung, weil er sich in seiner Rolle immer wohler fühlt, und seinen eigenen Zugang zu den Stücken gefunden hat – wobei er laut eigener Aussage sehr viel gelernt hat.

YUSUF/CAT STEVENS - „Das bin ich, das ist meine Geschichte“

Als vor einigen Monaten bekanntgegeben wurde, dass Yusuf alias Cat Stevens zum 50-jährigen Jubiläum seines berühmten Albums „Tea For The Tillerman“ keine gängige neu abgemischte Deluxe-Edition, sondern eine Neueinspielung veröffentlichen wolle, wurden viele kritische Stimmen laut. Wie das Ergebnis zeigt, hat sich das Experiment gelohnt – schafft es der 72-Jährige damit doch, seinem klassischen Album neue Relevanz zu verleihen.

Wir treffen beim Interview auf einen in hohem Maße reflektierten wie auch humorvollen Yusuf, der sich begeistert von der Neueinspielung seines Klassikers zeigt. Man nimmt ihm sofort ab, dass es sich dabei vor allem um eine Herzensangelegenheit handelte. Wie er im Gespräch ausführt, ermöglichte ihm dieses Projekt, eine Brücke zu bauen zwischen dem jungen Cat Stevens von damals und dem Yusuf von heute.