LEVEL PI - Perry Rhodan und die elektronischen Philosophien

Level Pi, das ist das Ein-Mann-Projekt des Kölners Uwe Cremer. Der Mann ist Krautrock- und Pink Floyd-Fan durch und durch. Da ist es keine Überraschung, dass auch das neue Album „Elektronische Philosophie“ die Stilmittel der Berliner Elektronik-Schule und der britischen Artrock-Ikone zu verbinden versucht.

MOTÖRHEAD - „Der Typ da vorne macht keine Show - das ist Rock’n’Roll!“

Als Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister am 28. Dezember 2015 starb, war das automatisch auch das Ende von Motörhead: Letztlich waren alle übrigen Mitglieder der Gruppe, egal wie lange sie dabei waren und wie viel musikalischen Input sie lieferten, immer nur „Sidekicks“ für den Bandgründer. Doch nicht nur Lemmy selbst, auch Motörhead wurden insbesondere in den letzten 20 Jahren ihrer Existenz zur Legende, als es der Gruppe gelang, ein immer vielfältiger werdendes Publikum in ihren Bann zu ziehen, das am Ende weit größer war, als es im Hardrock- und Heavy-Metal-Kosmos die Regel ist. 

LAURA MEADE - Wer ist die gefährlichste Frau der Welt?

Schon der aufsehenerregende Albumtitel fordert zur Nachfrage heraus. Von wem spricht die Sängerin der New Yorker Progrock-Band IZZ da? Ist „The Most Dangerous Woman In America“ etwa Laura Meade selbst? Oder an welche Frau(en) denkt sie? Auch musikalisch kann das zweite Soloalbum überzeugen. Ein elektronisches Klangbild hat den Rest zarten Folks in ihrem Artpop der Marke Kate Bush/Tori Amos hinweggefegt. 

Starke Frauen werden in der Gesellschaft mundtot gemacht

Die Psychedelic Stoner KING BUFFALO nutzen die Pandemie höchst kreativ

Die Covid-Pandemie hat die Pläne der meisten Bands gehörig durcheinandergewürfelt, aber wohl nur wenige Acts haben den Umstand, nicht touren zu können, so kreativ genutzt wie King Buffalo, die 2021 mit gleich drei Alben ums Eck kommen. Geplant war dies selbstverständlich nicht, wie Sänger/Gitarrist Sean McVay erläutert: „Ich glaube nicht, dass wir in der Lage gewesen wären, drei Alben in Angriff zu nehmen, wenn es die Pandemie nicht gegeben hätte. Wir hätten eine beträchtliche Zeit auf der Straße verbracht, wenn alles nach Plan verlaufen wäre, und nicht so viel Zeit mit dem Schreiben verbringen können.“  

SCHWARZBRENNER beweisen, dass erdiger Blues und klassische Romantik zusammengehen

Wolfgang Becker und seine beiden Mitstreiter des im nordrhein-westfälischen Ratingen ansässigen Trios Schwarzbrenner sind gestandene Blues-Männer. Vor allem Idole wie Cream oder Rory Gallagher haben es der Formation um das 65-jährige Mastermind  angetan. Gleichzeitig ist der Sänger und Gitarrist ein „Feingeist“, wie er sich selbst bezeichnet, „ein leidenschaftlicher Anhänger der klassischen Romantik von Novalis oder Hölderlin“.

Doch auf dem aktuellen zwölften Album der Band nach zweieinhalb Jahrzehnten Existenz, „Zauberworte“ betitelt, befinden sich nun lyrische Vertonungen von eher ein wenig unbekannteren Romantikern wie Achim von Arnim (1781–1831) und Clemens Brentano (1778–1842) sowie vom „Hausdichter“ Georg Heym, der ein Jahrhundert später gewirkt hat. Textlich wird man in einen verwunschenen Zaubergarten versetzt, ganz in der Tradition von „Des Knaben Wunderhorn“.

JOHN HIATT und die Jerry Douglas Band schauen mit ihrem Album dem Volk aufs Maul

Die Welt ist voll von Abgehängten und Menschen, deren kleine Lebenswelt nichts mit den medialen Erfolgsgeschichten zu tun hat, denen nachzueifern uns täglich suggeriert wird. Einer der letzten Songwriter, der sich hartnäckig der Geschichten dieser unauffälligen Alltagshelden annimmt, die wir nicht nur in der Provinz, sondern auch in den großen Städten finden, ist John Hiatt. Sein Herz für die vergessene Mehrheit am Rande legt der Heartland-Rockbarde schon seit Jahrzehnten an den Tag, aber gerade nach den Prüfungen des Lockdowns gewinnt sein neues Album „Leftover Feelings“ noch mal ganz anderes Gewicht.

Nach neun Jahren musikalischer Funkstille kehren THE WALLFLOWERS zurück

Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn das Telefon klingelt und eine sonore, selbstbewusste Stimme sich mit den Worten „Hello, this is Jakob Dylan“ meldet. Fragen zum berühmten Vater, so lehrt das Internet, möge er überhaupt nicht; und natürlich hat er auch genug über das neue - überzeugende - Album „Exit Wounds“ seiner Band The Wallflowers zu berichten. Aber am Ende ist er dann doch bereit, ein paar Sätze zum Vater zu äußern.

eclipsed: Warum hast du fast ein Jahrzehnt pausiert und dabei weder ein Wallflowers- noch ein Soloalbum veröffentlicht?

Die Entstehung seines Debütalbums bezeichnet TIM HUSUNG als wahre Odyssee

Im Hauptberuf ist der Hagener Tim Husung Schlagzeuger und als solcher unter anderem viel mit der Band John Diva And The Rockets Of Love unterwegs gewesen, auch in deren Heimat; das Touren u. a. in Kalifornien und Arizona hat Spuren in der Bildsprache seines Debüts hinterlassen. „Mutterland des Rock’n’Roll sind für mich aber nicht nur die USA, das ist auch England. Wenn man allerdings den Vibe in den USA aufschnappen kann, ist das sicher prägend.“

Ebenso wie seine musikalischen Vorlieben, bei denen er an erster Stelle The Cult nennt, gefolgt von Lynyrd Skynyrd, Gov’t Mule, Blackberry Smoke, Rival Sons. An Letzteren gefällt ihm besonders, „wie sie diesen Old-School-Charakter in die Neuzeit transportieren“. Etwas, das er auch versucht. So gibt es keinen Hammondorgel-Ersatz, sondern das Original zu hören ...