KLONE - Station to Station

Mit „Here Comes The Sun“ verortete sich die französische Progressive-Metal-Band Klone 2015 zwischen The Pineapple Thief und Anathema. Mit dem Nachfolger „Unplugged“ schlug sie zwei Jahre später noch ruhigere Töne an. „Le Grand Voyage“ führt nun beide Ansätze überzeugend zusammen.

Als wir Klone zum Interview bitten, nehmen sich Sänger Yann Ligner und Gitarrist/Songschreiber Guillaume Bernard Zeit, um mit uns ein wenig über die letzten Dinge zu plaudern. Denn für sie ist Musikmachen mehr als nur Klänge zu erschaffen.

eclipsed: Eure Landsleute von Magma haben gerade ein Album veröffentlicht, auf dem es um den „Tag der Auslöschung“ geht. Und nun befasst ihr euch eurerseits mit den großen Fragen des Lebens und spekuliert zudem darüber, ob und wie es nach dem Tod weitergeht. Ist das Zufall oder gibt es hier vielleicht eine aktuelle Schwingung, auf die sensible Musiker reagieren?

ELOY - Gimme Hope Jo’anna

Die Passion der Jeanne d’Arc bewegt die Gemüter und die Fantasie von Künstlern unterschiedlichster Couleur bis heute. Der Eloy-Vordenker Frank Bornemann legt mit „The Vision, The Sword And The Pyre (Part II)“ den abschließenden Teil seiner Rockoper über die französische Nationalheilige vor. Für das ambitionierteste Projekt in der 50-jährigen Geschichte der Hannoveraner Artrockband hat der Sänger und Gitarrist seine musikalischen Kräfte gebündelt. eclipsed besuchte den 74-Jährigen im Studio.

MILES DAVIS - Gummitwist

Der Name Miles Davis ist untrennbar mit Alben wie „Bitches Brew“ oder „Kind Of Blue“ verbunden. In seinem hochgradig innovativen Œuvre erfand sich der stilistisch in alle Richtungen offene Jazztrompeter immer wieder neu. Naturgemäß erfüllte er dabei nicht immer die in ihn gesetzten Erwartungen. 34 Jahre nach der Einspielung und 28 Jahre nach Davis’ Tod erscheint nun sein Album „Rubberband“, das sich stilistisch zwischen alle Stühle setzt und zu dem sich vor allem verdammt gut tanzen lässt.

ROSALIE CUNNINGHAM - Die gute Seite der Pleite

Rosalie Cunningham hat eine wirtschaftlich schwierige Zeit hinter sich. In künstlerischer Hinsicht war diese Phase allerdings ein Gewinn. An deren Ende steht jetzt nämlich das großartige Album „Rosalie Cunningham“. Dessen einzigartige Mischung aus Psychedelic Rock, Prog, Beatles-Pop und Folk übt eine ungeheure Faszination aus. eclipsed kriegte die Urheberin nachmittags um vier ans Telefon. Da war diese gerade aus dem Bett gekrabbelt und noch immer müde. Doch die 29-jährige Engländerin sprach bereitwillig über ihre Odyssee.

MICHAEL SCHENKER FEST - Ein weiteres Fest-Mahl

Wenn sich Ex-UFO Michael Schenker erst einmal an einem Thema festgebissen hat, lässt er nicht mehr locker. Das gilt für das Bashing seines Bruders Rudolf ebenso wie für seine musikalischen Projekte. Als der Niedersachse 2018 ein Studioalbum unter dem Signet Michael Schenker Fest mit gleich vier ehemaligen MSG- bzw. Temple-Of-Rock-Shoutern veröffentlichte, hätte man das als einmaliges Projekt deuten können. Aber der Trotzkopf fand Spaß an der Sache und hat auf „Revelation“ die Sängerriege noch um den Rainbow-Frontmann Ronnie Romero erweitert.

KADAVAR - Horrortrip

Die Stoner-Psychedelic-Rocker Kadavar schicken sich mit „For The Dead Travel Fast“ an, ihre Fans das Fürchten zu lehren. So begaben sie sich eigens nach Rumänien, um sich für das Albumcover vor dem „Draculaschloss“ ablichten zu lassen, und nutzten als Inspirationsquellen für Musik und Texte alte Gruselfilme. eclipsed sprach mit Schlagzeuger Christoph „Tiger“ Bartelt über die jüngsten Entwicklungen bei der Gruppe.

BLACK STAR RIDERS - „Ersatzband“ mit Eigenleben

2012 als „Label“ für den kreativen Output einiger verbliebener Mitglieder von Thin Lizzy ins Leben gerufen, da man aus Respekt gegenüber dem 1986 infolge seines langjährigen Alkohol- und Drogenkonsums verstorbenen Sänger und Komponisten Phil Lynott keine neuen Alben mehr unter dem alten Namen herausbringen wollte, haben sich die Black Star Riders längst zu einer eigenständigen Band entwickelt. Sänger Ricky Warwick, neben Gitarrist Scott Gorham das einzige verbliebene Gründungsmitglied, sitzt in der Garderobenecke und überlegt, ob er am 70. Geburtstag Gorhams mal wieder mit Alkohol anstoßen soll. Keine leichte Entscheidung, spielten geistige Getränke doch in seinem früheren Leben eine allzu unrühmliche Rolle.

DISILLUSION erweisen sich einmal mehr als eine der wahrhaftigsten Bands Deutschlands

„Es musste sich einfach erst mal wieder richtig anfühlen“, erklärt Andy Schmidt, der Gitarrist, Sänger und Kopf von Disillusion, auf die Frage, warum 13 Jahre ins Land ziehen mussten, bis die Leipziger Progressive-Metal-Band ihren erst dritten Longplayer „The Liberation“ fertigstellen konnte. „2010/11 hatte ich schon mal ein grobes Album fertig, aber da hat dann ehrlich gesagt mein Körper gestreikt. Auf privater Ebene sind nach dem letzten Album ,Gloria‘ 2004 Kinder dazugekommen, und auch beruflich hat sich beim einen oder anderen viel verändert, so dass dann der Fokus verständlicherweise nicht mehr komplett auf der Musik liegen konnte.