Im Dezember wird Foreigner-Mastermind MICK JONES 75 Jahre alt

Bereits zu Beginn der Sechzigerjahre startete der am 27. Dezember 1944 geborene Engländer seine Musikkarriere. Zunächst war er zumeist als Sessionmusiker in Frankreich unterwegs, ab 1971 dann wieder in England, erst mit Wonderwheel und später bei Spooky Tooth. Für die Leslie West Band ging es für Jones von London nach New York City. Kurz zuvor spielte er noch auf Alben von Peter Frampton und George Harrison. 1976 gründete er schließlich Foreigner mit u. a. Lou Gramm, Dennis Elliott, Al Greenwood und Ian McDonald. Mit diesen Ur-Mitgliedern und gleichzeitig der aktuellen Foreigner-Besetzung um Sänger Kelly Hansen kommt es seit der „40th Anniversary Tour“ 2017 immer wieder zu gemeinsamen Konzerten. Nachzuhören auf dem jüngst erschienenen Live-Werk „Double Vision – Then And Now“.

eclipsed: Ist man mit bald 75 noch im besten Rock-Alter?

Das BLIND GUARDIAN TWILIGHT ORCHESTRA veröffentlicht sein Mammutwerk

Seit über 20 Jahren geistert das Phantom des Orchester-Albums von Blind Guardian durch die Metalszene. Immer wieder angekündigt, immer wieder verschoben, ist „Legacy Of The Dark Lands“ nun nicht nur das wohl ambitionierteste Kompositions-Projekt, das je von Metal-Musikern in Deutschland gestemmt wurde, sondern auch der (vorübergehende) logische Endpunkt einer Entwicklung, die bereits auf einem frühen Album wie „Somewhere Far Beyond“ (1992) angedeutet wurde. Wir sprachen mit den beiden Machern Hansi Kürsch und André Olbrich.

eclipsed: Gab es in den letzten 20 Jahren auch Momente, in denen ihr die Lust an diesem Mammut-Unternehmen verloren habt bzw. euch die Geduld ausging?

ERIK COHEN will in Zukunft ganz neue Wege beschreiten

Unter dem Namen Erik Cohen hat der Hamburger Musiker Daniel Geiger mit drei hervorragenden Alben auf sich aufmerksam gemacht, die eine neue Vision deutschsprachiger Rockmusik entwickeln: hart, kompromisslos, dunkel – aber auch sehr klassisch und den großen Rockgöttern aus den 70er Jahren huldigend. Dieser Ansatz war von vornherein ungewohnt und diente Cohen – auch bekannt als Jack Letten, Frontmann von Smoke Blow – als Spielwiese für Experimente.

Music From Time And Space Vol.72

40 Jahre MARILLION - Von Hofnarren, Angst und dem Ende der Jahreszeiten

2019 feiern Marillion ihr 40-jähriges Bestehen. Und auch die zweite Inkarnation der Band begeht ein rundes Jubiläum: „Seasons End“, das erste Album mit dem neuen Frontmann Steve Hogarth, erschien am 25. September 1989 und war der Startschuss zum ereignisreichen zweiten Leben einer Band, die zu diesem Zeitpunkt viele schon abgeschrieben hatten. Zudem erscheint eine umfangreiche Box, die sich dem „Afraid Of Sunlight“-Album widmet, das wiederum kurz vor seinem 25. Geburtstag steht. Es gibt also genug Gründe, sich intensiv der Geschichte dieser einzigartigen Band zu widmen. Wir wollen einerseits Marillions unwahrscheinliche Karriere entsprechend würdigen, andererseits aber auch einen besonderen Blick auf die turbulente Phase der Neuorientierung und den Fixstern „Seasons End“ werfen. Zu diesem Zweck sprachen wir mit den beiden Sängern sowie mit Gitarrist und Gründungsmitglied Steve Rothery über eine der faszinierendsten Bands der Welt und ihre 40-jährige Geschichte.

FLYING COLORS - Supergroup auf Raten

Anfang Oktober veröffentlichten die FLYING COLORS „Third Degree“, ihr drittes Studioalbum in acht Jahren. Könnte der Output größer sein, oder ist das Motto „Qualität statt Quantität“ genau das richtige Rezept für die Prog-Supergroup? Andererseits ist das vielleicht gar kein so schlechter Schnitt angesichts all der Projekte, in die die Bandmitglieder sonst noch involviert sind. Die vielfältigen Aktivitäten von Sänger und Keyboarder Neal Morse (Neal Morse Band, Transatlantic), Drummer Mike Portnoy (unter anderem Neal Morse Band, Sons Of Apollo, The Winery Dogs, Transatlantic) und Sänger und Rhythmusgitarrist Casey McPherson (Alpha Rev) sind allerdings gar nicht der eigentliche Grund für die längeren Studiopausen, die clever mit Veröffentlichungen packender Liveaufnahmen überbrückt wurden. In erster Linie machen die Tourtermine von Deep Purple, bei denen Gitarrist Steve Morse hauptsächlich seine Brötchen verdient, den Flying Colors einen Strich durch die Planung, wie Portnoy im Interview verrät.

MARK LANEGAN - Musikbesessener ohne Sendungsbewusstsein

Wer mit Kurt Cobain, Mitgliedern von Pearl Jam und Marianne Faithfull zusammengearbeitet oder am Meilenstein „Songs For The Deaf“ der Queens Of The Stone Age mitgewirkt hat, besitzt fast zwangsläufig selbst Legendenstatus – ein Ausdruck, dem allerdings immer auch etwas Vergangenes anhaftet. MARK LANEGAN jedoch ist nach wie vor ein höchst produktiver Künstler, der es liebt, sein eigenes Ding zu machen, und ebenso gern genreübergreifende Kollaborationen eingeht.

Im November wird Lanegan 55. Passend dazu kommt im nächsten Frühjahr unter dem Titel „Sing Backwards And Weep“ eine Autobiografie über seine zehn Jahre in Seattle heraus. Dazu gibt es nun mit „Somebody’s Knocking“ ein von den Erinnerungen inspiriertes Album. Im Interview erklärt der Musiker, warum er mit seinen Songs keine Botschaften an die Hörer richten will.

eclipsed: Welche Geschichte verbindet sich mit „Somebody’s Knocking“?

PERE UBU - Am Ende eines Wegs

Der König ist tot, es lebe der König. Die aus Cleveland in Ohio stammende Band Pere Ubu war immer ihrer Zeit voraus und steckte zugleich mit beiden Beinen in der Geschichte. Sie entlehnte ihren Namen dem grotesken Theaterstück „König Ubu“ des französischen Schriftstellers Alfred Jarry und erfand den Post-Punk bereits vor der großen Explosion des Punk. Mit ihrem neuen Album „The Long Goodbye“ nimmt sie Abschied. Oder doch nicht?

“The Long Goodbye“ ist bereits das 18. Studioalbum der 1975 gegründeten Avantgarde-Band Pere Ubu. Im Laufe der Zeit hat sich ihr Stil sehr stark von ungestümen Eskapaden hin zu nachdenklichen Geschichtenliedern gewandelt. Einzige Konstante über all die Jahre ist Sänger und Songschreiber David Thomas. Sein neues Werk ist keine Sammlung von Songs, sondern ein Spoken-Word-Essay mit Hintergrundklängen. Im Gespräch mit eclipsed berichtet er über seine gesundheitlichen Probleme und erklärt, was es mit dem Titel auf sich hat.