BOB DYLAN mischt mit dem Soundtrack „Shadow Kingdom“ die Karten seiner Vergangenheit neu

Bob Dylan hat sich im Verlauf seiner sechzig jährigen Karriere immer wieder gewandelt. Hat Haken geschlagen und überrascht. Nicht selten zur Enttäuschung seiner Jünger und zum Unwohlsein seiner Kritiker. Dabei ist er als Künstler wundersam unberechenbar geblieben und hat mit wechselnden Masken und Hüten immerzu neue Pfade beschritten, Stile entwickelt und wie ein Schauspieler Rollen eingenommen. „Shadow Kingdom“ ist wieder so ein Überraschungsmoment. Seit dem 7. Juni 1988 ist Dylan als fahrender Sänger auf der „Never Ending Tour“ unterwegs. Während der Corona-Pandemie musste aber auch er die Kröte schlucken und diese vorläufig einstellen. Im Sommer 2021 nahm Dylan deswegen mit Filmemacherin Alma Har’el in Club-Atmosphäre 13 Songs aus seinem Katalog auf.

Das Besetzungskarussell der DEAD DAISES dreht sich rasant weiter

Beim Hören ihrer Musik könnte man meinen, die Band um den australischen Milliardär David Lowy feiere bereits ihr 40-jähriges Jubiläum. Tatsächlich gibt es das Classic-Hardrock-Projekt erst seit rund elf Jahren. Angesichts der unzähligen Besetzungswechsel erscheint ein Best-of-Album gleichwohl durchaus nicht abwegig. „Klar weiß ich, dass in Zeiten des Streamings ein Best-of-Album nicht mehr den Stellenwert hat, den es vor einigen Jahrzehnten gehabt hätte,“ räkelt sich der 59-jährige Leadgitarrist Doug Aldrich vor der Zoom-Kamera im heimischen Malibu. „Aber vielleicht ist das für Neufans, die noch Tonträger kaufen, ein guter Start ins Daisy-Land – oder was für Hardcorefans, die gern alles von uns haben wollen. Und in guter Bandtradition unternehmen wir auch zu diesem Album eine Tour“, grinst der sich auf Livebühnen wohlfühlende ehemalige Dio- und Whitesnake-Gitarrist.

Das amerikanische Trio DREAM THE ELECTRIC SLEEP setzt auf Präzisionsarbeit

„Oh Mann, das waren schon heftige sieben Jahre“, seufzt Matt Page. Sieben Jahre, die seit dem letzten Album „Beneath The Dark Wide Sky“ verstrichen sind. „Es ging diesmal alles langsamer“, erklärt der Sänger und Gitarrist und zählt die Gründe dafür auf: Man habe sich für „American Mystic“ künstlerisch mehr Zeit lassen wollen, hinzu seien private Angelegenheiten gekommen, beispielsweise die Geburt seiner Tochter. Und dann war es natürlich die Pandemie, die Dream The Electric Sleep zwang, einen Gang zurückzuschalten. Insbesondere die Gesangsaufnahmen entstanden in einer Zeit, in der Covid-19 wütete. Page erinnert sich: „Wir stellten das Album in meinem Studio auf meiner Farm mit Nathan Yarborough fertig. Meine Familie musste aus gesundheitlichen Gründen extra vorsichtig sein: Also betrat Nathan den Kontrollraum durch die Türe, während ich durch ein Fenster in den Aufnahmeraum kletterte, sodass wir keinen Kontakt hatten. Und Michael schaltete sich in Echtzeit aus Kanada hinzu.“

Das Berliner Quartett MARRIAGE MATERIAL kann sich nicht gegen sich selbst wehren

Der berühmte Fluch des zweiten Albums trifft auf die Berliner Band Marriage Material nicht zu. Das selbstbetitelte Debüt des Quartetts mit Vibrafon, Gitarre, Bass und Schlagzeug legte bereits einen sehr unbefangenen Umgang mit musikalischem Material nahe, aber die Fortsetzung „Enchantment Under The Sea“ übertrifft ihren Vorgänger um Längen. Drummer Felix Lehrmann, Vibrafonist Raphael Meinhart, Gitarrist Arto Mäkelä und Bassist Thomas Stieger eint ihr trockener Humor, ihre Liebe für filmische Breitwand-Klänge und eine schon fast abenteuerliche Mischung aus unbändiger Erzähllust und beeindruckender Disziplin.

Die Progger SOUTHERN EMPIRE tauchen mit neuem Sänger aus der Versenkung auf

Es ist ein entspanntes Interview, das die beiden Bandmitglieder aus ihrer Heimat in der Gegend von Adelaide geben. Sean Timms, der Kopf hinter Southern Empire, hat es sich zur abendlichen Stunde auf dem Sofa bequem gemacht, im Verlauf des Gesprächs gesellt sich sein Sohn zu ihm, um dem Journalisten am anderen Ende des Zoom-Links „goodnight“ zu sagen. Und auch der neue Sänger Shaun Holton ist mit von der Partie.

eclipsed: „Another World“ ist euer erstes Album seit fünf Jahren. Warum hat es so lange gedauert?

T.G. COPPERFIELD reitet mit Ben Forrester auf seinem neuen Album in die Wüste

Als Bandleader, Songschreiber, Gitarrist und Sänger überzeugt T.G. Copperfield mit The Electric Band seit 2017 eine wachsende Fangemeinde, mittlerweile weit über seine bayerische Heimat hinaus. Mit dem gemeinsam mit dem amerikanischen Gitarristen Ben Forrester eingespielten Album „Out In The Desert“ hat er nun ein Konzeptalbum in bester Roots-Rock-Tradition vorgelegt, das inhaltlich an das Vorgängeralbum „Snakes & Dust“ anschließt, vom Sound her jedoch noch einen draufsetzt.

eclipsed: T.G., bei der Produktion des neuen Albums hast du die Zügel zum ersten Mal aus der Hand gegeben. Warum?

HENGE spielen einen Sound von einem Ort, wo noch nie ein menschlicher Musikant gewesen ist

Vor sieben Jahren ist ein Raumschiff auf der Erde gelandet. An Bord: Zpor, Nom, Grok und Nom, vier Außerirdische mit einer klaren Mission – die Menschheit vor dem globalen, von ihr selbst verursachten Klimawandel sowie bewaffneten kriegerischen Konflikten zu retten. Und sie tun dies in einer Form, die geeignet ist, das Gute und Schöne im Menschen anzusprechen: musikalisch. Bereits auf ihrem Debütalbum „Attention Earth!“, 2018 auf irdischen Streaming-Portalen und als Tonträger veröffentlicht, gaben sie ihre Bestimmung kund, gefolgt von „ExoKosm“ im Jahr 2020. Doch die Aliens wissen, wie sehr die Zeit drängt. Klima-Kipppunkte könnten bald erreicht werden, Aufrüstung und Kriege befinden sich in einer erneuten Eskalationsspirale. Das neue Werk „Alpha Test 4“ und die Single „Get A Wriggle On“ verleihen der Mission mitsamt futuristischem Video deutlich Nachdruck.

Als Band, die permanent auf Tour ist, haben 38 SPECIAL seit fast 20 Jahren kein Studioalbum mehr veröffentlicht

„Live At Rockpalast 1981“, der kürzlich auf CD und DVD veröffentlichte Mitschnitt des legendären Loreley-Auftritts, zeigt eine fast noch jugendliche Band. Er läutete jedoch bereits das Ende der Ära des klassischen Southern Rock ein. Die von den Sängern und Gitarristen Don Barnes und Donnie Van Zant (dem jüngeren Bruder des Lynyrd-Skynyrd-Sängers) 1974 gegründete Truppe aus Jacksonville, Florida brennt hier ein knapp einstündiges Feuerwerk ab. Ihr letztes Studioalbum „Drivetrain“ erschien 2004, doch hat die Band bis heute nichts von ihrer Lebendigkeit verloren.

eclipsed: Don, du bist das einzige verbliebene Gründungsmitglied der vor 49 Jahren ins Leben gerufenen Band. Fühlt es sich trotzdem immer noch nach 38 Special an?