PETER FRAMPTON verabschiedet sich mit einem Karriere-umspannenden Live-Set

Nachdem auch seine letzte Europatournee wegen COVID-19 mehrmals verschoben werden musste, kann es Peter Frampton nun kaum erwarten, aufzutreten. Im Unterschied zu anderen Künstlern steht der 1950 in einem Londoner Vorort geborene Rockmusiker allerdings unter Zugzwang. Seine Muskelerkrankung IBM („Inclusion Body Myositis“ – Einschlusskörpermyositis) sorgt dafür, dass er kaum noch länger warten könnte. „Aber nun schaffe ich es im Gegensatz zu früher schon nicht mehr, ein ganzes Konzert im Stehen zu spielen. Ich muss es jetzt machen wie die alten Blueser und mir einen Stuhl zu Hilfe nehmen.“

Die SIMPLE MINDS schließen mit „Direction Of The Heart“ an ihre New-Wave-Phase an

Die schottischen Simple Minds um Frontmann Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill gehören zu den Überlebenden der New-Wave-Ära der frühen Achtziger. Mit „New Gold Dream (81-82-83-84)“ schrieben sie in diesem Kontext 1982 Geschichte. Später änderten sie ihren Stil stärker in Richtung Stadionrock, bestens verwirklicht auf „Street Fighting Years“ (1989). Anfang des neuen Jahrtausends mussten die ewigen Konkurrenten von U2 dann mit nachlassendem Erfolg und wechselnden Plattenfirmen kämpfen, sind nun aber längst wieder voll da. Das brandneue Album „Direction Of The Heart“ dockt an die großen Wave-Tage an.

Auf ihrem vierten Album präsentieren sich O.R.k. als harmonische Einheit

Ork

„Der Bandname leitet sich von der italienischen Bezeichnung für den Killerwal Orca ab, ein ebenso schönes wie gefährliches Tier“, erklärt Bassist Colin Edwin gleich zu Beginn des Interviews. Er selbst hatte immer ein wenig Bedenken aufgrund der Verwechslungsgefahr mit den fiesen Wesen aus dem Fantasy-Epos „Der Herr der Ringe“. „Damit haben wir gar nichts am Hut. Aber den Vergleich zwischen dem Wal und unserer Musik finde ich immer noch passend.“ 

BANCO DEL MUTUO SOCCORSO legen ein weiteres innovatives Konzeptalbum vor

Was bringt einen modernen Musiker des 21. Jahrhunderts dazu, sich mit gut 500 Jahre alter Lyrik über Jahre hinweg intensiv zu beschäftigen? Derart intensiv, dass diese Poesie als ausschließliche Inspirationsquelle für sein neues Album dient? „Ganz einfach“, lacht Vittorio Nocenzi, der sich diesen vermeintlich anachronistischen Schuh angezogen hat: „Das Zeug ist grandiose Literatur. Und weist einige Parallelen zu Themen der Gegenwart auf.“ Nocenzi ist das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Italo-Prog-Legende Banco Del Mutuo Soccorso, deren selbstbetiteltes Debütalbum vor exakt einem halben Jahrhundert in den Handel kam. Der 1951 in der Nähe von Rom Geborene (wo er bis heute zu Hause ist) klemmt sich seit jeher hinter die Tasteninstrumente. Vor allem aber ist der redselige Vittorio Haupttexter des Sextetts, der sich gern komplexe Themen für seine Lyrics aussucht.

Auf ihrem neuen Album verbinden GLASS HAMMER die musikalische Vergangenheit mit der Gegenwart

Mit „At The Gate“ endet Glass Hammers Albentrilogie um den mysteriösen Dieb Skallagrim. Es ist eine Geschichte von Trauer, Sehnsucht und der vergeblichen Suche nach etwas, das ihm die Welt nicht geben kann. Eine Thematik wie geschaffen für epische und ausufernde Sounds, doch die Progger wählten für das große Finale eine andere Form: Treibende und riffbetonte, bisweilen grimmige Kompositionen dominieren – eine weitere, überraschende musikalische Häutung der 1992 im US-Bundesstaat Tennessee gegründeten Band.

Das Debüt von HAVEN OF ECHOES klingt ungewöhnlich und hat auch einen solchen Hintergrund

Andreas Hack ist nach wie vor bass erstaunt, wenn er daran denkt, wie das Debüt seines neuen Projekts entstand. „Nachdem ich mit meiner früheren Band Frequency Drift acht Alben eingespielt hatte, war ich der Sache ein wenig müde“, konstatiert der 46-jährige Bayreuther. „Wir hatten mit ‚Letters To Maro‘ nicht nur unser kommerziell, sondern auch in kreativer Hinsicht erfolgreichstes Werk vorgelegt, waren damit quer durch Europa getourt. Wie will man das toppen? Jedenfalls liegt die Band auf Eis. Unter einer sehr dicken Eisschicht“, betont er.

Widersprüche pflastern MARATONs Weg auf dem neuen Album

Wie beschreibt man etwas, das man gar nicht kennt? Diese Frage bildete den Leitfaden für Maratons zweites Album „Unseen Color“. Mit jedem Song starten die Norweger einen neuen Annäherungsversuch, fächern dabei wissenschaftliche, philosophische und künstlerische Phänomene auf, reflektieren Widersprüchlichkeiten im Leben, der Natur sowie der Band selbst. Als Inspiration für den Titeltrack etwa diente Stanley Kubricks Science-Fiction-Meilenstein „2001: Odyssee im Weltraum“, „Boltzmann Brain“ nimmt Bezug auf ein gleichnamiges physikalisches Gedankenexperiment, „Contranym“ baut auf dem linguistischen Problem der Janusworte auf, deren zwei Bedeutungen ihr eigenes Gegenteil darstellen, in „Non-Euclidean Heart“ fusionieren die Norweger eine Spezialform der Geometrie mit Emotion.